Renate Künast (53) verschaffte sich unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) zwischen 2001 und 2005 als Verbraucher- und Agrarministerin trotz anfänglicher Vorbehalte Respekt bei den Bauern. Auch als Fraktionschefin tritt die Realpolitikerin eher forsch als leise und nachdenklich in Erscheinung. Sie legt aber auch Wert auf „mittelenglische Umgangsformen“.
Erklärtes Ziel ist, ihr Programm wieder als Ministerin zu vertreten. Die berufliche Laufbahn der gebürtigen Recklinghäuserin begann als Sozialarbeiterin. In den 70er Jahren betreute sie Gefangene in Berlin. Später studierte Künast Jura und wurde Anwältin. Ihre politische Karriere begann sie 1979 als Mitbegründerin der Westberliner Alternativen Liste. Sie stand wiederholt an der Spitze der Berliner Grünen-Fraktion.
Jürgen Trittin (55) leitete von 1998 bis 2005 das Umweltressort. Für viele war der oft lakonisch auftretende Politiker mit kommunistischer Vergangenheit ein rotes Tuch, jedoch konnte er Wahlversprechen vom Atomausstieg bis zum Erneuerbare-Energien-Gesetz durchsetzen. Als Fraktionsvize wurde Trittin für Außenpolitik zuständig, doch leugnete er Ambitionen in anderen Feldern nicht. Der Parteilinke gilt als Stratege der Grünen, scheiterte gemeinsam mit Künast aber damit, die Basis im Bundestagswahlkampf auf ein Ampel- Bündnis einzuschwören.
Trittin setzt seine Rhetorik meist dosiert ein, auf Parteitagen reichen ihm oft wenige kürzere Auftritte, um seine Botschaften zu setzen. Er ist seit 1980 bei den Grünen. Der Bremer war schon von 1990 bis 1994 in Hannover im Kabinett des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder.