(jw) - Ein fast schon bahnbrechendes Ereignis hat die Luxemburger Eisenbahngesellschaft CFL Multimodal am Dienstag gefeiert. Erstmals erreichte ein 650 Meter langer Güterzug aus Bettemburg die deutsche Hafenstadt Lübeck und sorgte damit für eine durchgängige Nord-Süd-Verbindung durch Europa.
CFL Multimodal ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Luxemburger Bahn (CFL) und bietet in der Anfangsphase drei Hin- und Rückfahrten pro Woche auf der Strecke von Luxemburg nach Norddeutschland an. Als Ziel sind fünf Rundfahrten geplant. Der Zug mit seinen 34 P400 Trailern kann Container, Wechselbrücken und Sattelauflieger transportieren. Diese können dann von Bettemburg oder Lübeck aus per Schiff nach Finnland, Norwegen oder Schweden sowie per Bahn nach Antwerpen, Le Boulou oder Henday in Frankreich transportiert werden.
Dank dieser neuen Verbindung werden sich die Fahrzeiten zwischen Nord- und Südeuropa wesentlich verkürzen. Von Lübeck bis Le Boulou in Südfrankreich sind es 42 Stunden weniger, von Helsinki in den Süden sogar 70 Stunden. Außerdem soll der Zug die Straße entlasten: 13.000 Fahrten pro Jahr werden dadurch kurzfristig entfallen. Die komplette Abwicklung wird von der Luxemburger Gesellschaft gesteuert. Die CFL Cargo erbringt die Traktionsleistung der Züge in Zusammenarbeit mit Nordic Rail Service im Hafen von Lübeck.
CFL Multimodal betreibt in Bettemburg mit seiner “Autoroute ferroviaire” seit 2007 erfolgreich ein Gütertransport-Drehkreuz in den Süden Frankreichs. Nach Le Boulou bei Perpignan fahren mitlerweile vier Züge pro Tag in beide Richtungen.