Sport Veröffentlicht am 24.07.11 15:48

Andy Schleck: Aufeinander stolz

Großherzog Henri auch in diesem Jahr wieder bei der Siegerehrung in Paris dabei.

Ein Bild des Tages: Andy Schleck, Cadel Evans, Fränk Schleck mit Töchterchen Leea.
Foto: AFP

(dpa/FeMo) - Am Ende löste sich dann doch noch alles in Wohlgefallen auf. Obwohl Andy Schleck "nur" Zweiter und sein Bruder Fränk "nur" Dritter beim schwersten Radrennen der Welt wurden, gab es am späten Sonntagabend in Paris aus Luxemburger Sicht nur glückliche Gesichter. “Wir sind einer stolz auf den anderen und wir sind stolz auf uns,” sagte Andy Schleck nach der dreiwöchigen Rundfahrt.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Tour de France standen zwei Brüder gemeinsam auf dem Siegerpodest. Diese Leistung würdigte auch Großherzog Henri, der wie in den Vorjahren auch am Sonntag zur Siegerehrung in die französische Hauptstadt gereist war. Besonders in der letzten Tour-Woche habe er das Rennen intensiv verfolgt, sagte der Großherzog, der zurzeit seine Ferien in Süd-Frankreich verbringt.

Zum ersten Mal zwei Brüder auf dem Siegerpodest: Andy und Fränk Schleck mit dem Ersten Cadel Evans.
Foto: Serge Waldbillig
Prominenz aus Luxemburg. Zur Ankunft war auch Grossherzog Henri nach Paris gekommen.
Foto: Sportbiller
Cadel Evans - eingehüllt in die australische Nationalflagge.
Foto: AP
Der fünfte Etappensieg: Mark Cavendish war auch in Paris wieder am schnellsten.
Foto: AP
Cadel Evans blieb auf der Schlussetappe unfallfrei und besiegelte den ersten Toursieg eines Australiers.
Foto: dpa

Mit Töchterchen Leea auf dem Siegerpodest

Gegen 18 Uhr war es soweit: Gemeinsam mit Cadel Evans standen Andy und Fränk Schleck auf dem Siegerpodest - im Hintergrund die Champs Elysées. Tausende Luxemburger waren auf dem Pariser Prachtboulevard dabei und waren besonders gerührt, als Fränk Schleck auch seine Tochter Leea auf das Podest holte.

Unterdessen wurden Fahrer und Manager des Luxemburger Leopard-Trek-Teams nicht müde, in Interviews zu wiederholen, wie zufrieden sie mit dem Ausgang der Tour seien. Andy Schleck sprach von einem "unbeschreiblichen Augenblick". Jens Voigt war bereits am Samstag glücklich, als feststand, dass den Schleck-Brüdern die Plätze 2 und 3 nicht mehr zu nehmen waren. Und auch Kim Andersen ist angesichts der Leistung und der Bilanz seiner besten Fahrer keineswegs enttäuscht.

Der erste Australier

Am Endergebnis änderte die Etappe vom Sonntag nichts mehr. Cadel Evans hat als erster Australier die Tour de France gewonnen. Der 34 Jahre alte Radprofi feierte den größten Erfolg seiner Karriere, als er in Paris das begehrte Gelbe Trikot verliehen bekam.

Der Kapitän des Teams BMC verwies nach 21 Etappen in der Gesamtwertung der 98. Frankreich-Rundfahrt Andy und Frank Schleck auf die Plätze zwei und drei. Andy Schleck wurde nach den zweiten Plätzen 2009 und 2010, als er jeweils dem diesmal gescheiterten Alberto Contador unterlag, zum dritten Mal in Folge knapp geschlagen.

Noch einmal Mark Cavendish

Die letzte Etappe, für die Klassementfahrer traditionell ein Schaulaufen ohne Attacken, gewann Ausnahme-Sprinter Mark Cavendish, der seinen fünften Tagessieg in diesem Jahr und den insgesamt 20. Etappenerfolg seiner Karriere feierte. Der Fahrer von der Isle of Man verteidigte damit auch sein Grünes Trikot. Cavendish, HTC-Teamkollege des zuvor im Zeitfahren erfolgreichen Tony Martin, gewann zum ersten Mal die Punktewertung. Auf den Champs Élysées besiegte er den Norweger Edvald Boasson Hagen und André Greipel aus Rostock.

Die in diesem Jahr kürzeste Etappe über 95 Kilometer, vor der die Fahrer in einer Schweigeminute der Opfer der Anschläge in Norwegen gedacht hatten, brachte keine Veränderung in den anderen Wertungen. Das gepunktete Trikot des besten Kletterers gewann der spanische Olympiasieger Samuel Sanchez. Bester Jungprofi und damit Gewinner des Weißen Jerseys wurde Pierre Rolland aus Frankreich, der in L'Alpe d'Huez den einzigen Heimsieg in diesem Jahr gefeiert hatte.

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