Kultur Veröffentlicht am 04.02.12 08:54

... als ob er von seinem frühen Tod gewusst hätte

Er starb beim Luxair-Crash, nun zeigt das Kunstmuseum Stuttgart seine Werke

Um seine Ideen umzusetzen, nutzte Majerus ein breites Repertoire an Verfahren und Techniken.
Foto: Albrecht Fuchs
Neben Acrylmalerei auf Leinwand ...
Foto: Jens Ziehe, Berlin
... kommen Siebdruck, Collage, Neon- und Videoarbeiten oder Computerprint zum Einsatz.
Foto: Jens Ziehe, Berlin

(mt) - Michel Majerus wurde nur 35 Jahre alt, und doch hinterlässt der Künstler ein vielschichtiges und umfangreiches Werk - als ob er von seinem frühen Unfalltod gewusst hätte! Majerus starb beim Luxair-Crash am 6. November 2002. Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt derzeit seine Werke, und das noch bis zum 9. April. Das Urteil im Luxair-Prozess wird zwei Wochen früher, am 27. März gesprochen.

Während einer Schaffenszeit von nur zehn Jahren gelang dem Luxemburger Künstler ein einzigartiges Statement zur Malerei, das auch heute nichts an Aktualität verloren hat. Majerus arbeitete mit unterschiedlichen Techniken, variierte Themen und Motive aus der Computerwelt, aus Comics oder Werbung. Zugleich bediente er sich in der Kunstgeschichte bei Künstlern wie Frank Stella, Andy Warhol, Willem de Kooning und anderen Vertretern der Pop Art und Minimal Art.

Rückkehr an den Ausgangspunkt

Aufgrund der großen Formate seiner Arbeiten und ihres installativen Charakters konnten bislang nur wenige Museen sein Werk in allen Facetten zeigen. Diese Lücke schließt das Kunstmuseum Stuttgart mit einer über hundert Gemälde und Installationen umfassenden Werkschau,darunter Leihgaben aus Los Angeles, New York, London, Paris, Berlin und Stuttgart.

Das Werk des Michel Majerus kehrt mit der Stuttgarter Ausstellung an seinen Anfangspunkt zurück: Der Künstler studierte von 1986 bis 1992 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Anschließend ging er nach Berlin und lebte ein Jahr in Los Angeles. Bis zu seinem Tod im Jahr 2002 nahm er an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil und ist heute weltweit in Museen und Privatsammlungen vertreten.

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