Lëtzebuerg Veröffentlicht am 13.01.10 16:04

Alarmstufe Rot

Nur 15 Stunden nach dem Erdbeben auf Haiti machen sich Helfer aus Luxemburg auf ins Katastrophengebiet.

Sieben Hunde, drei Frauen, 14 Männer - die Luxemburger Helfer sind unterwegs ins Krisengebiet.
Anouk Antony

13 Minuten nach dem schweren Erdbeben auf Haiti gingen die ersten Informationen bei Serge Garidel ein. Alarmstufe Rot. Für den Chef der seit 1995 bestehenden Hundestaffel des Luxemburger Zivilschutzes war in diesem Augenblick klar, dass auf ihn und seine Kollegen ein weiterer, schwieriger Einsatz warten könnte.

Letzte Vorbereitungen am Mittwoch bei der Protection Civile in Lintgen.
Anouk Antony
Der Ernstfall erfordert schnelles Handeln. Innerhalb weniger Stunden waren die Luxemburger Helfer einsatzbereit.
Anouk Antony

13 Stunden Flug ins Katastrophengebiet

Knapp 15 Stunden später ist eine 17-köpfige Helfertruppe vom Luxemburger Zivilschutz und vom Luxemburger Roten Kreuz unterwegs Richtung Belgien. Der Marschbefehl kam von der Regierung. Am späten Mittwochabend startet vom Flughafen Melsbroek aus eine Militärmaschine. Nach 13 Stunden Flug werden die belgischen und die luxemburgischen Helfer das Katastrophengebiet erreichen.

Was sie erwartet, weiss Serge Garidel am späten Mittwochnachmittag noch nicht. "Nach der Ankunft in Haiti werden wir mit Vertretern der UNO Kontakt aufnehmen, um abzuklären, wo wir eingesetzt werden und wo wir unser Camp aufbauen." Danach werden sich die Helfer aus Luxemburg ans Werk machen. Ihre Aufgabe: suchen und retten.

Aus Luxemburg nehmen die Mitglieder des Roten Kreuzes und der Protection Civile Bergungsmaterial, Lokalisierungsgeräte und vor allem sieben Hunde mit ins Erdbebengebiet. Die Vierbeiner werden immer dann gebraucht, wenn Menschen verschüttet werden und womöglich unter meterhohen Schuttbergen auf Hilfe und Rettung warten. Hunde, das muss man wissen, haben einen Geruchssinn, der 44mal stärker als der des Menschen ist.

"Wir sind auf solche Katastrophen vorbereitet"

Für Serge Garidel ist es nicht der erste Einsatz dieser Art. 2003 war er nach Algerien geflogen, ein Jahr später nach Marokko - auch damals ging es um das Auffinden und das Bergen von Erdbebenopfern. "Beim ersten Mal war ich noch etwas nervös, das hat sich mittlerweile aber gelegt. Wir sind auf solche Katastrophen vorbereitet und trainieren regelmässig mit unseren Tieren." Der Leiter der Hundestaffel weiss aber auch, dass jeder anders reagiert beim Anblick von Toten, Schwerverletzten und Tausenden oder Zehntausenden Obdachlosen.

Am Donnerstag werden die Helfer aus Luxemburg auf Haiti ankommen. Wie lange sie bleiben, weiss derzeit niemand. Aus Erfahrung wissen auch die Männer und die drei Frauen aus Luxemburg, dass in Erdbebengebieten Verschüttete häufig lange, sehr lange ausharren und überleben, bis sie entdeckt und befreit werden. Auf der anderen Seite sind auch Nachbeben nie auszuschliessen - sie würden auch auf Haiti die Einsatzzeit verlängern.

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