(hay) - Seit gut vier Jahren schon gibt es in Luxemburg-Stadt das Leihfahrrad-System „Vel'oh“, von dem nicht nur Einheimische sondern auch Touristen immer wieder gerne Gebrauch machen. Alles in allem zählt das „Vel’oh“-Netz inzwischen 660 Räder an 72 Stationen. Doch wie gut ist das Luxemburger System eigentlich und kann es mit den Leihfahrrad-Systemen in anderen europäischen Städten mithalten?
Der deutsche Automobilclub ADAC hat vor kurzem in Zusammenarbeit mit seinen Partnerclubs die Angebote in verschiedenen Städten miteinander verglichen. Die Tester untersuchten dabei mehrere Kriterien. Überprüft wurden die Zugänglichkeit, die Information, die Handhabung sowie die Fahrräder selbst. Insgesamt nahmen sie 40 Leihrad-Systeme in 18 europäischen Ländern unter die Lupe.
Das Ergebnis: „Die Räder-To-Go sind überwiegend gut aufgestellt. Bei fast allen Systemen werden die Räder an festen Verleihstationen innerhalb des Nutzungsgebiets angeboten“, schreibt dazu der ADAC und kritisiert dabei, dass das auch schon die einzige Gemeinsamkeit der Testkandidaten sei. Zwar sei die Angebotspalette groß, doch es gebe auch viele Qualitätsunterschiede, heißt es.
Was nun Luxemburg selbst anbelangt, so kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. Vel'oh schnitt sowohl bei der Zugänglichkeit, als auch der Information und Handhabung mit „gut“ bis „sehr gut“ ab. Die Gesamtnote lautete daher „Gut“.
Als Stärken werteten die Tester unter anderem die ganzjährige Verfügbarkeit, die hohe Anzahl der Räder, die sofortige Nutzbarkeit, die mehrsprachigen Anleitungen an den Stationen sowie die Ausstattung der Räder (verstellbarer Sattel, Gepäckkorb, u.s.w.).
Weniger gut kam an, dass es keine Verkaufsstellen mit Personal sowie keine Verknüpfung mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr gibt. Außerdem bemängelten die Tester fehlende Federungen an den Rädern. Überdies stieß die Werbeverkleidung auf Missfallen.
Mit der Gesamtnote „sehr gut“ sicherte sich übrigens das Leihfahrrad-System in Lyon (Vélo'v) den ersten Platz. Das Pariser System Vélib schaffte es auf den zweiten Rang.
Am schlechtesten schnitten in dem Vergleich die beiden niederländischen OV-fiets-Angebote in Amsterdam und Den Haag ab (Note: sehr mangelhaft).
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