Sport Veröffentlicht am 23.01.12 06:29

„2014 wollen wir Weltmeister werden“

Der 25-Jährige freut sich auf seine neue Aufgabe im Team des Luxemburger Geschäftsführers Gérard Lopez, Lotus Formula 1 Team

Formel-1-Pilot Romain Grosjean umgeben vom Präsidenten der ACL-Sportkommission, Lucien Franck (l.), und dessen Vorgänger Yves Wagner.
Foto: Fons Schneider
Die nächsten beiden Saisons sind als Übergangsjahre geplant. Für 2014 plant man dann bei Lotus den ganz großen Coup.
Foto: Fons Schneider

Interview: Kevin Zender

Der „Soirée du sport automobile“ des Automobile Club du Grand-Duché de Luxembourg wohnten am Samstagabend im Casino 2000 in Bad Mondorf zwei besondere Gäste bei. Neben dem Luxemburger Geschäftsführer des „Lotus Formula 1 Team“ gab sich mit Romain Grosjean auch einer der zwei neuen Piloten des Rennstalls die Ehre. In einer Pressekonferenz sprach der 25-jährige Franzose u. a. über seine Rückkehr in die Formel 1 und seine Ziele für die kommende Saison.

Im vergangenen Jahr setzte sich Grosjean in der GP2-Serie durch und machte auf sich aufmerksam. Der Wahlschweizer, der mit der französischen TV-Moderatorin Marion Jollès liiert ist, begab sich somit auf die Spuren von Nico Rosberg (D), Lewis Hamilton (GB), Timo Glock (D), Nico Hülkenberg (D) und Pastor Maldonado (VEN), die ebenfalls die GP2-Serie für sich entschieden und sich somit den Weg in die Formel 1 ebneten.

Nachdem Sie im Jahre 2009 sieben Rennen für Renault absolviert haben, ist Ihnen nun die Rückkehr in die Formel 1 gelungen. Mit welchen Gefühlen blicken Sie der bevorstehenden Saison entgegen?

Ich bin glücklich und stolz, dass ich wieder in der Königsklasse des Motosports fahren darf. Das Jahr 2012 wird sicherlich ein außergewöhnliches. Ich bin nun Teil eines Teams, das großen Erfolgshunger hat. Für mich geht sicherlich ein Traum in Erfüllung, denn mir bietet sich die Möglichkeit zu zeigen, dass ich definitiv in die Formel 1 gehöre.

Sie haben die GP2-Serie für sich entschieden. Wie wichtig war dieser Erfolg für Ihre Rückkehr in die Formel 1?

Ich denke, dass die GP2-Serie eine gute Vorbereitung auf die Formel 1 darstellt. Alle wichtigen Entscheidungsträger der Königsklasse nehmen die GP2-Fahrer genauestens unter die Lupe. Die Formel 1 ist nicht zu toppen und alle Piloten träumen davon, sich ein F1-Cockpit zu sichern. Mir ist es eben im vergangenen Jahr gelungen, meine Reife unter Beweis zu stellen. Dies haben auch Gérard Lopez, Eric Lux und Eric Boullier, die Verantwortlichen des Lotus-Rennstalls, bemerkt. Daraufhin erhielt ich in der vergangenen Saison die Gelegenheit, sowohl in Abu Dhabi als auch in Brasilien die Trainingssitzungen im Formel-1-Boliden zu absolvieren. Ich nutzte diese Chance, fand mich gut im Wagen zurecht und legte schnelle Zeiten hin.

Wenn man lange Zeit auf ein Ziel hinarbeitet, ist es wohl auch eine Erlösung, wenn man es erreicht.

Ich habe immer mein Bestes gegeben und das Maximum aus meinen Möglichkeiten gemacht. Von daher bin ich schon froh, dass meine Mühen belohnt wurden. Falls es mit der Rückkehr in die Formel 1 nicht geklappt hätte, wären die „Deutsche Tourenwagen Masters“ eine Alternative gewesen, denn ich habe bereits Testfahrten für BMW absolviert.

Welche Ziele haben Sie sich für die Saison 2012 gesteckt?

Ich will natürlich immer so weit vorne landen wie nur möglich. Ich versuche stets, mein Bestes zu geben und kann sicherlich viel von meinem Teamkollegen Kimi Räikkönen lernen. Als Ex-Weltmeister verfügt er über viel Erfahrung, die auch mir sicherlich zugute kommen wird. Das Team hat Großes vor und will spätestens 2014 Weltmeister werden. Im Gegensatz zu meinen ersten Rennen vor drei Jahren muss ich versuchen, entspannter zu sein. Man darf die Freude am Fahren nicht verlieren, weil man zu angespannt ist. Ich muss geduldig sein und darf mir im Cockpit nicht zu viele Fragen stellen. Da ich jedoch reifer geworden bin, werde ich diese Herausforderungen wohl meistern.

Welche Strecke mögen Sie denn am meisten?

Mir gefällt der Rundkurs in Sepang. In Malaysia hat man eine variable Strecke gebaut, in der es viele Geschwindigkeitsschwankungen gibt und man viele Kurven meistern muss. Zudem wurde der Kurs mitten in der Wildnis errichtet und auch dies macht ihn wohl so besonders. In Europa gefallen mir noch die Grand Prix' in Spa-Francorchamps (B) und Monza (I).

In Frankreich wird ja bekanntlich kein Formel-1-Rennen mehr ausgetragen. Finden Sie es schade, dass Sie nicht vor heimischem Publikum antreten können?

Es ist sicherlich etwas Besonderes, wenn man vor „seinen“ Fans fahren kann. Beim GP von Monaco erwarte ich mir deswegen auch eine große Unterstützung des Publikums. Da wir nun drei französische Piloten in der Formel 1 sind, könnte sich die Situation auch bald wieder ändern. Wenn einer von uns mit guten Resultaten aufhorchen lässt, wird das Interesse am Motorsport in Frankreich wieder steigen und vielleicht wird dann zumindest wieder über eine mögliche Rückkehr Frankreichs in den Rennkalender der Königsklasse diskutiert.

Welche Beziehung haben Sie denn zu Ihren französischen Konkurrenten Charles Pic und Jean-Eric Vergne?

Jean-Eric ist immer in anderen Klassen als ich gefahren, deswegen kenne ich ihn kaum. Charles war einer meiner Gegner in der GP2-Serie und ich pflege ein gutes Verhältnis zu ihm. Ich denke, dass wir drei in der kommenden Saison völlig unterschiedliche Ziele haben. Während ich mit Lotus um die Podestplätze kämpfen will, hat Jean-Eric die Chance, sich bei Torro Rosso zu beweisen, um dann vielleicht später einmal im Red-Bull-Team zu landen. Charles muss hingegen bei Marussia noch Aufbauarbeit verrichten.

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