(mk) - 1660 Schüler des Schuljahrgans 2009-2010 haben die Schule ohne Abschluss abgebrochen. Dies sind neun Prozent der gesamten Schülerschaft. Die Zahlen, die praktisch unverändert zum Vorjahr blieben, bewegen sich auf dem niedrigsten Niveau seit der ersten Erhebung dieser Daten im Jahr 2003-2004. Dies teilte das Unterrichtsministerium am Dienstag mit.
Bei 666 Jugendlichen handelte es sich wegen eines Schulwechsels nur um einen zeitlich begrenzten Abbruch. Doch 596 von ihnen warfen definitiv das Handtuch. 158 fanden eine Arbeit, 52 schrieben sich bei einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ein und weitere 110 wechselten die Schule, hörten dann aber doch wieder auf.
Während 279 Schüler keiner weiteren Beschäftigung mehr nachgingen, erhielt die „Action locale pour jeunes" (ALJ), die sich um die jungen Schulabbrecher kümmert, keine Rückmeldung der anderen 398 Jungen und Mädchen. Es wird angenommen, dass die Mehrzahl von ihnen das Land verlassen hat.
Die Studie hat zudem bestimmte Risikogruppen festgestellt: Jungen, Ausländer, Schüler der „9e pratique“ und der Technik- oder Berufs-Sparten, sowie Schüler, die einen schulischen Rückstand von mindestens zwei Jahren aufweisen. Bei letzteren war das Risiko des Scheiterns gleich doppelt so hoch.
Auch die Zahl jener, die die Schule wiederholt abbrachen, stieg. 2009-2010 hatten 22,3 Prozent der Jugendlichen die Schule bereits einmal hingeschmissen.
Als Gründe für ihren Abbruch gaben 17,9 Prozent der Befragten ein schulisches Scheitern oder die Erwartung eines solchen an. 11 Prozent meinten, doch keinen Lehrplatz finden zu können und 11,1 Prozent interessierten sich nicht für die gewählte Fachrichtung. 10,7 Prozent von ihnen gaben schließlich persönliche, familiäre und finanzielle Gründe an.
Die Gesamtrate der Schulabbrecher bewege sich unter den von der EU-Kommission verlangten zehn Prozent. Luxemburg sei somit auf europäischem Niveau einer der besten Schüler, so das Ministerium. Ziel sei es nun, die Zahl dank präventiver Maßnahmen zur Bekämpfung der Ursachen und eine Betreuung der Schüler bei ersten Alarmzeichen weiter zu drücken. Die zukünftige Schulreform und insbesondere das generelle Tutorium ab den unteren Lyzeumsklassen sollen hier weiterhelfen.
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