Lëtzebuerg Veröffentlicht am 21.09.09 05:38

14 000 Besucher bei der Oeko-Foire

Der Renner: Die Bratpfannen verkauften sich wie warme Semmeln. Ob es wohl am Show-Kochen der vier Bio-Spitzenköche lag, dass sich die Besucher für neue Wege fürs Kochen rüsteten?
Anouk Antony
Steigende Nachfrage nach Biolebensmitteln: Doch die Haushaltskasse ist für den Griff etwa zu der Bio-Tomate ein ausschlaggebender Faktor.
Anouk Antony
Ein Platz zum Wohlfühlen – der „Traumschwinger“. Ob für Neugeborene, Kleinkinder, Jugendliche oder Erwachsene, jeder kann hier abschalten.
Anouk Antony
Dank kleiner Verkostungen und des Unterhaltungsprogramms, darunter eine Powershow mit Georges Christen und Bastelateliers, fühlten sich die Kinder auf dieser Messe pudelwohl.
Anouk Antony
Decken aus Kamelhaar und Schafwolle sorgen für die schönsten, kuscheligen Momente.
Anouk Antony

von Christian Mohr

Die Oeko-Foire 2009 war ein Renner. Mit gut 14 000 Besuchern erreichten die Macher der Umweltmesse, Mouvement écologique (Méco) und Oekozenter Lëtzebuerg, das gleiche Resultat wie im rekordverdächtigen Vorjahr. „Ich bin überglücklich“, strahlte Blanche Weber. „Branchenübergreifend sind alle Aussteller mit unserem Konzept und dem Wochenende zufrieden“, so die Méco-Präsidentin.

Wo man auch hinschaute: Die schlussendlich 195 Stände warben übereifrig, fast schon in inflationärem Übermaß, mit den Begriffen „Öko“ und „Bio“. Das dürfen sie auch, schließlich tragen die Veranstalter dafür Sorge, dass alle Produkte und Dienstleistungen ökologischen Kriterien entsprechen. „Wir bestehen darauf, dass nur die Vorreiterprodukte ausliegen. Nur die allerneuesten und umweltschonendsten Techniken sind zugelassen. Den zweitbesten Produkten bleibt der Zugang verwehrt“, festigt Blanche Weber gegenüber dieser Zeitung den klaren, manchmal unbequemen Weg.

„Auf diese Weise erhält der Verbraucher die Sicherheit, dass ihm auf der Oeko-Foire nur Produkte angeboten werden, die tatsächlich einen Fortschritt aus der Sicht des Umwelt- und Gesundheitsschutzes darstellen“, heißt es. Seit diesem Jahr waren zudem ausschließlich biologische Lebensmittel zugelassen, keine regionalen Erzeugnisse aus konventioneller Landwirtschaft.

Was macht den Erfolg der Oeko-Foire aus? „Die Aussteller versichern uns, dass die hiesige Oeko-Foire im Gegensatz zum Ausland durch den frischen Mix aus Produkt-Neuheiten, Unterhaltung und Information besticht.“ Kritik äußerte dem Luxemburger Wort gegenüber eine Anbieterin von Decken aus Kamelhaar: „Noch immer setzen zu viele Aussteller auf stromfressende Baustellenleuchten. Diese haben die Botschaft einer Umweltmesse missverstanden. Dass ich mit meinen fünf Energiesparlampen die gleiche Anschlusspauschale berappen soll, leuchtet mir nicht ein,“ bemängelt Gabriele Tölle.

Ja zu Biolandbau

Und nach dieser fortschrittlichen Denkweise verlangt der Konsument zunehmender, glaubt man einer rezenten repräsentativen Umfrage von TNS-Ilres im Auftrag des Méco. 70 Prozent der Befragten sagen, dem Biolandbau gehöre mittelfristig die Zukunft. Personen, die angeben, mehrmals in der Woche biologische Lebensmittel zu essen, stützen diese Behauptung besonders großzügig. Freiberufler und – merkwürdigerweise – die Studenten teilen diese Ansicht nicht.

Die Mehrheit der Bürger vertritt den Standpunkt, die Regierung müsse den Landwirten stärkere Anreize für den Biolandbau bieten. „Etwa durch Zuschüsse und gezielte Kampagnen“, fügt Blanche Weber hinzu. Übrigens bot die Oeko-Foire 2009 erstmals Lebensmittel aus sogenannten Umstellungsbetrieben (vom konventionellen zum Biolandbau) Platz. Großes Vertrauen schenken die Bürger laut Umfrage den Labels für regionale Produkte (87 Prozent) gegenüber 58 Prozent für Biolabels.

Ob nun vom Staat oder von der EU: Eine Vereinfachung, sprich Harmonisierung bei den Biolabels wäre dringend notwendig, denn mehr als zwei von drei Befragten haben den Durchblick angesichts der Fülle an Biolabels verloren. Jeder zweite Bürger gibt an, häufig oder manchmal Biolebensmittel zu konsumieren. Je mehr Einkommen ein Haushalt zur Verfügung hat, umso häufiger greifen Menschen auf Biolebensmittel zurück.

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