Handball-Nationalmannschaft

Riesengroßes Selbstvertrauen

Breite Brust: Luxemburgs Handballer wollen auch gegen Italien gewinnen.
Foto: Fernand Konnen

(ms) - Für die luxemburgische Handball-Nationalmannschaft stehen vier sehr wichtige Tage an. Am Mittwochabend empfängt das FLH-Team um 19.30 Uhr im Gymnase der Coque in der EM-Qualifikation die italienische Auswahl, um dann am Sonntag nach Syrakus (Sizilien) zum Rückspiel zu reisen. Diese beiden Vergleiche werden entscheiden, ob sich Luxemburg auf direktem Weg für die zweite Qualifikationsphase qualifiziert, in der die Mannschaft dann auf die großen Handballnationen treffen könnte.

Es wäre eine Premiere für den Luxemburger Handball; und was vor einigen Jahren quasi unmöglich war, ist längst keine Utopie mehr. Die Fortschritte im einheimischen Handball sind unverkennbar, wie die Vielzahl der positiven Resultate aus den vergangenen Monaten zeigt. Beeindruckend ist vor allem, mit welcher Konstanz die Mannschaft von Nationaltrainer Adrian Stot zuletzt aufgetreten ist. Dass man von den vergangenen sechs Partien nur einmal den Platz als Verlierer verließ (bei der 18:23-Niederlage im Testspiel gegen Griechenland), zeigt eindeutig, in welche Richtung die Leistungskurve zeigt.

Zwei Teams auf Augenhöhe

Nun hat man das große Ziel ganz nah vor Augen, und die Chancen auf den ersten Gruppenplatz stehen alles andere als schlecht. Angesichts der zwei Siege gegen Georgien, braucht die FLH-Auswahl keine Angst vor Italien zu haben. Während sich die Italiener in beiden Spielen mit insgesamt zehn Toren Vorsprung durchsetzten, legte Luxemburg nochmals drei Treffer drauf. Diese Resultate lassen erahnen, dass sich beide Mannschaften auf Augenhöhe begegnen werden. „Ich denke, dass wir vor zwei ganz engen Partien stehen“, ist sich Kapitän Bock sicher. „Wir haben in den vergangenen Spielen viel Selbstvertrauen gewonnen und wollen natürlich nun auch den ersten Platz. Doch alleine von der Erfahrung her sind wir nicht in der Favoritenrolle.“

Die „Squadra Azzurra“ spielt eine ganz andere Art Handball als die Georgier. Die Italiener bevorzugen das schnelle Spiel und sind auch technisch völlig anders ausgebildet als die Mannschaft aus dem Kaukasusgebiet. Demnach muss Luxemburg nun etwas umstellen und sich an einen anderen Spielstil gewöhnen. „Dessen sind wir uns bewusst. Doch ich bin der Meinung, dass wir dafür gewappnet sind. Auf der anderen Seite müssen die Italiener auch erst mal mit unserem Spiel zurechtkommen“, meint der Rückraumspieler des HB Esch.

Mit Volpi und Sperti (beide im Dienst des HB Käerjeng) reist Italien mit zwei Spielern an, die hier in Luxemburg bestens bekannt sind. Während Volpi in erster Linie in der Abwehr eine Stütze ist, geht von Sperti vor allem bei den Tempogegenstößen viel Gefahr aus. Aus diesem Grund wäre es von enormer Bedeutung, die Anzahl der Ballverluste auf ein Minimum zu reduzieren. Eine wichtige Rolle wird in beiden Duellen auch Keeper Auger einnehmen, denn die Luxemburger Nummer eins kennt das Wurfrepertoire seiner beiden Teamkollegen bestens. „Chris (Auger) kennt die Komfortzone bei den Würfen der beiden ganz genau. Dies könnte für uns ein Vorteil sein, denn alleine aus Gewohnheit zielt ein Handballspieler gerne in dieselben Ecken wie im Training“, munkelt Bock.

Die größte Gefahr geht bei Italien von den eingebürgerten Kroaten Turkovic und Radovcic aus. Sie erzielten gegen Georgien 28 der 54 Treffer, also mehr als 50 Prozent. „Diese beiden Spieler müssen wir in den Griff bekommen. Ich denke, dass sie gegen unsere Abwehr nicht so einfach zum Abschluss kommen werden“, meint Trainer Stot. Er sorgte zuletzt dafür, dass auf dem Spielfeld eine gewisse Konstanz vorherrschte. Die Zeit der permanenten Wechsel scheint vorbei, und diese Tatsache spielt der FLH-Auswahl eindeutig in die Karten.

Pendelbusse bringen die Zuschauer vom Parkplatz Konrad Adenauer im Zehn-Minuten-Takt zum Spielort und zurück (18 bis 20 Uhr und 20.45 bis 22.30 Uhr).