Politmonitor - Sonntagsfrage

Katastrophe für Blau-Rot-Grün

Premierminister Xavier Bettel (DP) (r.) und Vizepremier Etienne Schneider (LSAP) dürften sich nicht sonderlich über die Ergebnisse der Sonntagsfrage freuen.
Foto: Chris Karaba

(mig) - Auch im größten Wahlbezirk Süden büßen die Liberalen und die Sozialisten Vertrauen bei den Wählern ein. Laut Sonntagsfrage verlieren die Liberalen einen, die Sozialisten zwei Sitze zugunsten von déi Lénk (+ 1 Sitz) und zugunsten der CSV, die zwei Mandate (davon ein Restsitz) gutmachen kann.

Den Liberalen bleiben noch zwei Sitze, die LSAP pendelt sich bei fünf Sitzen ein, die Linken freuen sich über die Verdoppelung von einem auf zwei Sitze. Die Grünen behalten ihre zwei Mandate, das Gleiche gilt für die ADR. Großer Gewinner ist die CSV mit zehn Südabgeordneten.

Am schwersten trifft es die LSAP, ausgerechnet in der Sozialistenhochburg Süden. Die LSAP rutscht von 25,2 auf 20,1 Prozent Zustimmung. Das ist ein Minus von 5,1 Prozent. Die DP trifft es mit -3,7 Prozent ebenfalls hart. Sie fällt von 12,7 auf neun Prozentpunkte und wird zur schwächsten Regierungspartei. Die Grünen können sich um 0,7 Prozent auf 10,5 Prozent Zustimmung steigern. Die CSV kommt auf 35,8 Prozent (+ 3,6 Prozent).

Blick auf die kleinen Oppositionsparteien

ADR und déi Lénk können sich auch im Süden über wachsende Zustimmung freuen. Die ADR kommt auf 10,4 Prozent Zustimmung (+2,9 Prozent), déi Lénk auf acht Prozent (+2,3 Prozent).

Gesamtergebnis

Die Sonntagsfrage in allen Wahlbezirken ergab einen herben Vertrauensverlust der Wähler in die beiden Regierungsparteien DP und LSAP. Nur die Grünen können ihre Anzahl an Mandaten halten und ein paar Prozentpunkte dazugewinnen. 

Die Liberalen und die Sozialisten müssen jeder drei Sitze abgeben. Beiden Parteien bleiben noch jeweils zehn Sitze im Parlament, die DP jedoch nur, weil sie in zwei Bezirken einen Restsitz ergattert. Die Grünen bleiben unverändert bei sechs Sitzen, die ADR bei drei und déi Lénk könnten mit einem zusätzlichen dritten Sitz mit der ADR gleichziehen.

Der große Gewinner ist die CSV. Die Oppositionspartei kann fünf Sitze hinzugewinnen und kommt auf 28 Mandate, zwei mehr als Blau, Rot und Grün zusammen, die nur noch auf 26 Sitze kommen. Selbst mit einer der kleinen im Parlament vertretenen Parteien - ADR oder déi Lénk - käme keine Mehrheit mehr zustande. Allerdings erhält die CSV ihrerseits in zwei Bezirken einen Restsitz, die schon bei lediglich kleinen Schwankungen schnell wieder verloren gehen können. 

Wie die Sonntagsfrage zustande kam

Die Umfrage zur Wahlabsicht ist über einen Zeitraum von sechs Monaten erfolgt, belegt demnach eher einen längerfristigen Stimmungstrend, als die kurzfristige, ereignisgetriebene Stimmungslage. Befragt wurden 4.078 wahlberechtigte Personen in den vier Wahlbezirken (1.182 im Zentrum, 1.542 im Süden, 742 im Norden und 612 im Osten) zwischen Ende Juni und Anfang Dezember 2016.

Die Auswertung der Daten wurde von Dr. Fritz Krauß durchgeführt. Hierbei wurden die Rückerinnerung (Welcher Partei haben Sie 2013 am meisten Stimmen gegeben?) und die Wahlabsicht (Wenn am Sonntag Wahlen wären, welcher Partei würden Sie am meisten Stimmen geben?) der Befragten sowie das letzte Wahlergebnis berücksichtigt. Die Angaben zur Methodologie wurden bei der ALIA (alia.lu) hinterlegt.

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