Bilanz nach Fuchsjagdverbot

"Keine wesentlichen Probleme"

Seit April 2015 gilt in Luxemburg ein einjähriges Fuchsjagdverbot.
Foto: Shutterstock

(ml) - Ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Fuchsjagdverbots zog Staatssekretär Camille Gira am Donnerstag vor den Abgeordneten der zuständigen Parlamentsausschüsse eine Bilanz. Er zeigte sich erfreut darüber, dass die Diskussion  sachlich, ruhig und nicht emotionsgeladen abgelaufen sei. Laurent Schley, der beigeordnete Direktor der Natur- und Forstverwaltung, betonte, dass nach der Einführung des Fuchsjagdverbots nicht mehr Probleme festgestellt worden seien als zuvor.

Auch der Vertreter des Gesundheitsministeriums hatte nichts zu bemängeln. Er wies lediglich darauf hin, dass man die Entwicklung des Fuchsbandwurms und der Tollwut weiterhin im Auge behalten müsse. Félix Wildschutz von der Veterinärinspektion betonte, dass von den 32 Füchsen, die im vergangenen Jahr abgeliefert wurden, 40 Prozent vom Fuchsbandwurms befallen waren.

Verlängerung des Fuchsjagdverbots?

Offiziell hat die Regierung noch nicht entschieden, ob das insbesondere von den Jägern kritisierte Fuchsjagdverbot verlängert wird oder nicht. Derzeit berate man intern darüber. Allzu viel Zeit bleibt nicht übrig, denn das neue Reglement muss spätestens am 1. April im Mémorial veröffentlicht werden. Ein Gutachten des Landwirtschaftsministerium liegt auch noch nicht vor. Das Dossier wird in einer der kommenden Ministerratssitzungen zur Sprache kommen, so Gira.

Die größte Oppositionspartei warf dem Staatssekretär vor, keine konkreten Zahlen vorgelegt zu haben. Die Regierung sei auch jetzt nicht gewillt, eine Bestandsaufnahme zu machen, sagte die CSV-Abgeordnete Martine Hansen dem "Wort". Um polemische Debatten zu vermeiden, wäre eine wissenschaftliche Analyse jedoch nützlich.

Trotz einer möglichen Verlängerung des Fuchsjagdverbots hat sich der Streit zwischen der Regierung und den Jägern entschärft. Nachdem Camille Gira die Konvention mit der Fédération Saint-Hubert des Chasseurs (FSHCL) aufgelöst hat, scheint eine Lösung in Sicht zu sein, die es dem Jägerverband ermöglichen würde, auch künftig eine finanzielle Unterstützung des Staates zu erhalten. Der Dialog mit der Politik und den Verwaltungen sei wieder hergestellt werden, bestätigt Marc Glesener, Pressesprecher des Jägerverbandes, auf Nachfrage hin dem "Luxemburger Wort". 

"Nicht wissenschaftlich fundiert"

In den vergangenen Wochen  hätten jeweils zwei Unterredungen mit Premierminister Xavier Bettel und mit den Verantwortlichen der Natur- und Forstverwaltung (ANF) stattgefunden. Die Gespräche seien in einem guten Klima verlaufen. "Luxemburger Wort"-Informationen zufolge zeichnet sich demnach ein Durchbruch ab. Nähere Einzelheiten dazu dürften bereits kommende Woche der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. 

Bei den Verhandlungen seien jedoch zwei Themen bewusst ausgeklammert worden, da die Meinungen zu weit voneinander entfernt liegen würden, so Glesener.  Dabei handele es sich um das Fuchsjagdverbot und die Ruhezeit bei der Wildschweinjagd. Der Jägerverband hält an seiner bisherigen Haltung fest. Die Studien, die in Bezug auf beide Regelungen durchgeführt wurden, seien nicht wissenschaftlich fundiert, heißt es.

Aus diesem Grund hat die FSHCL juristische Schritte eingeleitet. Das Verfahren läuft derzeit noch. Die Fédération Saint-Hubert des Chasseurs fordert, dass die Entscheidungen, die seitens der Regierung getroffen wurde, wissenschaftlich analysiert werden.