Royaler Geburtstag

Nach wie vor fest im Sattel

Ein weiteres großes Jubiläum steht an: Am 20. November feiern die Queen und Prinz Philip ihren 70. Hochzeitstag.
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(dpa/mij/nr) - Happy Birthday, Ihre Majestät! Stolze 91 Jahre alt wird Königin Elizabeth II. am heutigen Freitag. Falls sie die guten Gene ihrer Mutter hat und nicht schwer erkranken sollte, dürfte sie noch viele Jahre vor sich haben: Queen Mum wurde immerhin 101.

Und wie feiert die britische Königin ihren Geburtstag? „Wie immer“, heißt es aus dem Buckingham-Palast. Ihr zu Ehren wird es wieder Salutschüsse geben. Die traditionelle Geburtstagsparade „Trooping The Colour“ findet aber erst im Juni statt – denn dann stehen die Chancen auf sonniges Wetter wesentlich besser.

Fit im hohen Alter

Sie ist pflichtbewusst, bei klarem Verstand und sitzt fest im Sattel – nicht nur auf dem Thron, sondern auch auf dem Rücken ihrer geliebten Pferde. In ihrem hohen Alter tritt sie mittlerweile aber etwas kürzer: Die Queen hat zumindest einige Schirmherrschaften an ihre Familie abgegeben – einige Hundert hat sie noch.

Große Sorgen machten sich die Briten, als sie und ihr Mann Philip, der im vergangenen Jahr seinen 95. Geburtstag feierte, über Weihnachten schwer erkältet waren. Aber das Paar ist zäh. Im Palast soll es über die Queen heißen: „She is very much at the helm“ – sie hat das Steuer fest in der Hand. Fast alle Royals touren in diesen Wochen als Brexit-Botschafter durch Europa. Im Sommer statten Kate und William Deutschland und Polen einen Besuch ab – ein Zeichen, dass man trotz der Abkehr vom Festland weiterhin Kontakt halten möchte. Zuvor dürfen sich aber auch die Luxemburger über royalen Besuch aus Großbritannien freuen: Am 11. Mai wird Herzogin Kate das Großherzogtum beehren.

Erfrischend unpolitisch

Die Briten lieben ihre Königin besonders jetzt, wo Unsicherheit durch den anstehenden Austritt aus der EU herrscht. Sie führt ihr Land seit Jahrzehnten unbeirrt durch alle Höhen und Tiefen. „Die Queen ist immer eine unpolitische Frau gewesen und hat auf diese Art und Weise die Krone und ihr Amt gut durch alle Zeiten gerettet“, sagt der deutsche Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert, der die britische Königsfamilie in- und auswendig kennt.

Viele Briten empfinden Prinz Charles – ihren ältesten Sohn, der nebenbei auch als Menschenrechtler, Biobauer und Klimaschützer auftritt – als recht eigenbrötlerisch und viel zu politisch. Als etwa der chinesische Staatspräsident Xi Jinping zum Staatsbesuch nach London kam, blieb Charles dem Bankett fern. Das wurde als Protest gegen die Menschenrechtsverstöße in dem Land gedeutet.

„Charles wird wahrscheinlich ein ganz anderer König sein“, erklärt Seelmann-Eggebert. „Wenn er auch als König weiter Farbe bekennt, dann kann er ganz leicht in Schwierigkeiten geraten.“ Die Premierminister seien eine solche Einmischung in die Politik nicht gewöhnt.

„Hoffnungslos dünnhäutig“

In einer neuen Biografie von Sally Bedell Smith über Thronfolger Charles heißt es, er sei „hoffnungslos dünnhäutig“ und intolerant gegenüber abweichenden Meinungen. Oft kränkelnd, nicht gerade sportlich und habe auch noch Angst vor Pferden. Viele nahmen Charles sehr übel, dass er Diana mit seiner Dauer-Geliebten und späteren Frau Camilla betrog. Als dann auf Tonbandmitschnitten zu hören war, dass Charles ein Tampon seiner Geliebten sein wollte, war für viele Briten klar: Er kann nicht König werden!

Die Empörung hat sich mittlerweile gelegt. Charles und Camilla verschafften sich mit ihrer Arbeit viel Respekt. Auch Smith findet in ihrem Buch lobende Worte: Charles sei „emotional intelligent“, ein Freigeist mit Sinn für Ästhetik.

Schon seit mehr als 50 Jahren wird nach einem Bericht des 
„Guardian“ geplant, was im Todesfall der Queen zu tun ist. Seit etwa 20 Jahren werde daran bis ins letzte Detail gefeilt. Inzwischen treffen sich die Beteiligten, darunter Armee und Regierungsvertreter, schon zwei- bis dreimal im Jahr, wie es heißt. Doch glücklicherweise erfreut sich die Queen recht guter Gesundheit.