Waffenruhe im Wald

Fuchsjagd wird verboten

Jäger befürchten eine Fuchsplage. Tierschützer widersprechen.

Ein Fuchs mit Winterfell im Wald.
Foto: mywort.lu/ A. Almo

(vb/jsf) - Nach Auskunft von Premierminister Xavier Bettel wird demnächst die Fuchsjagd komplett verboten. Innerhalb von Dörfern und Städten sollen Füchse mit Fallen gefangen werden. Der Jagdverband und die Landwirtschaftskammer sind empört über diesen Entschluss und befürchten eine Fuchsplage.

"Es ist davon auszugehen, dass sich die Fuchspopulation in Luxemburg verdoppeln oder verdreifachen wird. Das Verbot der Jagd ist daher verantwortungslos", heißt es in einer Stellungnahme. Es sei zu befürchten, dass die Tiere auf Gärten und Spielplätze gedrängt werden, wo sich Menschen durch Exkremente infizieren könnten. Rund ein Drittel der Füchse seien vom Fuchsbandwurm befallen.

Die Jäger und Landwirte argumentieren außerdem mit dem Tierschutz. Viel mehr Füchse würden Vogelarten bedrohen, die auf dem Boden brüten. Ihre Nester seien diesen Tieren schutzlos ausgeliefert.

Schlechte Erfahrungen hätten die Niederlande mit dem Verbot der Fuchsjagd gemacht. Nachdem die Zahl der Füchse sich verdoppelt hatte, musste sie wegen massiver Probleme nach vier Jahren wieder eingeführt werden, heißt es in dem Schreiben.

Tierschützer widersprechen Jägern

Tierschützer hingegen argumentieren hingegen, dass sich Fuchsbestände von selbst regulieren würden. Wenn es zu wenig Nahrung gibt, gebe es weniger Nachwuchs. Werden die Bestände zu klein, würden die Füchse mehr Nachwuchs bekommen.

Auf der Internetseite wildtierschutz-deutschland.de heißt es beispielsweise: "Die Jagd begünstige hohe Fuchsbestände und habe keinen oder nur marginalen Einfluss auf den Bestand von Bodenbrütern." Entgegen der Behauptungen von Jägern spielten auch vom Fuchs ausgehende Krankheiten für den Menschen und sein Umfeld nur eine untergeordnete Rolle. "Die Tollwut ist ausgemerzt, die Wahrscheinlichkeit sich über den Fuchsbandwurm zu infizieren ist weitaus geringer als ein 6er im Lotto."