ULM-Fluggelände Kitzebur

Startbahn über Nacht umgepflügt

Rund 30 ULM-Maschinen können derzeit nicht starten.
Foto: Aéroplume

(TJ) - Auf dem Online-Portal des "Aeroplume Luxembourg" macht eine rote Warnschrift den User stutzig: "Die Piste ist wegen Vandalismus geschlossen". Was auf den ersten Blick unglaublich erscheinen mag, ist für die Inhaber der 30 dort abgestellten Ultraleichtflugzeuge eine Katastrophe: Über Nacht wurde die Start-und Landebahn auf Kitzebur, in der Nähe von Fels, stellenweise umgepflügt und ist bis auf weiteres unbrauchbar.

"Kitzebur" liegt wenige Kilometer von Fels entfernt.
Foto: Aéroplume

Auf Nachfrage hin, bestätigt Aéroplume-Vizepräsident Jeannot Grethen den Vorfall: "Es muss zwischen 4.00 und 6.00 Uhr passiert sein. Wir sind entsetzt und haben Klage eingereicht."

Der Mann erklärt die Hintergründe: "Der Eigentümer der gesamten Anlage - Startbahn und Gehöft auf Kitzebur - hat uns im Januar aufgefordert, uns nach einem neuen Gelände umzusehen und den mündlichen Mietvertrag zum 1. Juni gekündigt."

Hier ist derzeit kein Flugbetrieb mehr möglich.
Foto: Aéroplume

Da es aber in Luxemburg sehr schwer ist, ein geeignetes Areal für Flugaktivitäten zu finden, habe der Verein in so kurzer Zeit nicht umziehen können. Dies habe man dem Bauern auch mitgeteilt und um Aufschub gebeten. Mit wenig Erfolg ...

In der Vergangenheit war es so, dass der Verein zwar keine Miete an den Eigentümer zahlte, man sich auf der anderen Seite aber verpflichtete, das Gehöft in Schuss zu halten, was auch immer geschehen sei, so der Aéroplume-Vize weiter. 

Formfehler

Der Bauer - so Grethen - habe zudem dem Sportfliegerverband den Mietvertrag gekündigt, obwohl dieser seit 2007 nicht mehr der offizielle Pächter des Geländes ist. "Seit 2007 ist der Aéroplume" der Mieter, weshalb unser Anwalt die Kündigung wegen eines Formfehlers als nicht hieb- und stichfest ansieht", so Grethen weiter. Dennoch habe man die Interessen des Bauern zur Kenntnis genommen und eifrig nach Alternativ-Geländen gesucht.

In der Nacht auf Montag scheint der Bauer offenbar nun zu einem radikalen Mittel gegriffen zu haben: Mit einem Pflug wurde die als Start- und Landebahn dienende Wiese stellenweise umgegraben, womit sämtliche Flugaktivitäten unmöglich geworden sind.

30 Flugzeuge "gegroundet"

Das bedeutet nicht nur, dass die Aktivitäten des Aéroplume - darunter die Ausbildung angehender Piloten - komplett lahmgelegt sind, sondern auch, dass rund 30 ULM-Flugzeuge schlicht und einfach nicht mehr in die Luft kommen. Im Fachjargon nennt man dies "gegroundet".

Die Polizei nahm am Montag eine Klage seitens des "Aéroplume" entgegen. Man will erreichen, dass der Inhaber die Piste wieder in einen brauchbaren Zustand versetzt. Und sei es nur, damit die auf Kitzebur stationierten Ultraleichtflugzeuge sich ein letztes Mal von dort in die Lüfte erheben können, wenn man denn ein geeignetes Areal für den Flugverein gefunden haben wird.