Saisonstart der Motorradfahrer

Übung macht den Meister

Autofahrer vergessen oftmals einen Blick in den Seitenspiegel zu werfen und übersehen so schon mal 
einen Motorrad- oder Fahrradfahrer.
Foto: Gerry Huberty

(chr) - Sonnenschein, blauer Himmel und frühsommerliche Temperaturen: Bedingungen, wie geschaffen für einen kleinen Ausflug mit dem Motorrad oder – wer sich lieber per Muskelkraft fortbewegt – mit dem Fahrrad. Doch nach dem langen Winter sind die Autofahrer nicht mehr an die vielen Zweiräder auf den Straßen gewöhnt. Und auch die Biker müssen sich erst wieder im Verkehr zurechtfinden.

So kann es schon mal schnell zu einer gefährlichen Situation kommen. Dies verdeutlichen nicht zuletzt die rezenten Motorradunfälle. Erst am vergangenen Sonntag ist ein Motorradfahrer nahe Leudelingen nach einer Kollision mit einem Auto gestorben.

„Motorradfahrer überschätzen sich am Anfang der Saison gerne“, gibt Guy Breden, Präsident des „Motorradclub Ville de Luxembourg“ (MotoVdL) zu. Die Motorräder stehen normalerweise um die vier Monate im Keller oder in der Garage, bevor sie im Frühling wieder genutzt werden. Durch die fehlende Praxis während dieser Zeit sei man als Fahrer oftmals etwas aus der Übung.

Training als Gruppe

Aus diesem Grund trainiert Guy Breden regelmäßig zum Saisonbeginn seine Reaktionsfähigkeit bei einem Kurventraining in Hahn (D). Die Teilnehmer werden dort in kleine Gruppen mit jeweils einem Trainer eingeteilt. Dieser stellt verschiedene Übungen vor, welche die Teilnehmer nachmachen müssen.

Zu einem späteren Zeitpunkt setzt sich die Gruppe dann zusammen und diskutiert darüber, wie die Fahrer besser hätten handeln können. Bei dem Test geht es allerdings nicht um eine Benotung, denn durchfallen kann man nicht. Die Teilnehmer sollen sich vielmehr ihrer Fahrweise – und ihrer Fehler – bewusst werden, um diese verbessern zu können.

„Der Kurs ist nicht besonders billig und nicht jeder hat die nötige Zeit dafür, jedoch ist dieses Training hilfreich. Nach zwei Stunden merkt man erst richtig, wie eingerostet die Reflexe waren“, sagt Guy Breden.

Disziplin und Respekt

Eine Situation, die auch das „Centre de formation pour conducteurs“ in Colmar-Berg vor 15 Jahren erkannt hat und seitdem jährlich das Aufwärmtraining „Fit for your Bike“ für Motorradfahrer organisiert. Mehrere Termine werden angeboten. Jedoch seien die verfügbaren Plätze schnell vergriffen, bestätigt Marc Pannacci, der Direktor des Fahrsicherheitszentrums.

Der „MotoVdL“ wiederum veranstaltet jährlich eine Tour, bei der die Mitglieder sich wieder mit ihren Maschinen vertraut machen können. In einer kleinen Gruppe unternehmen sie eine gemütliche Ausflugstour, bei der Disziplin eine besondere Rolle spielt. Disziplin und Respekt gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern haben nämlich oberste Priorität, um den fließenden Straßenverkehr zu gewährleisten – darin sind sich alle Parteien einig.

„Aufmerksamkeit ist das A und O“

Sowohl für Motor- als auch für Fahrräder gibt es einige Risiken im alltäglichen Straßenverkehr. Die größte Gefahr für Fahrradfahrer sei beispielsweise Unaufmerksamkeit, sowohl vonseiten der Auto- als auch der Fahrradfahrer, erklärt Monique Goldschmit, Präsidentin der „Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ“ (LVI). Aufmerksamkeit sei das A und O für richtiges Fahrverhalten.

„Beim Rechtsabbiegen vergessen die Autofahrer oftmals einen Blick in den rechten Seitenspiegel zu werfen und übersehen so leicht einen Fahrradfahrer“, meint Monique Goldschmit. Dies gelte auch für Motorradfahrer.

Auch das Überholen eines Fahrrads würde oft ohne sicheren Abstand passieren und stelle somit eine große Gefahr dar, weil der Fahrradfahrer dadurch leicht sein Gleichgewicht verlieren könne, so Goldschmit.

Wichtig für alle Zweiräder ist eine auffällige Kleidung. Besonders Motorradfahrer kleiden sich meistens ganz in Schwarz, wodurch sie leicht übersehen werden. „Und wenn alles andere schwarz ist, sollte wenigstens der Helm farbig oder weiß sein!“ bekräftigt Motorradfahrer Guy Breden.

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