Radio 100,7: SREL hat Pädophilie-Akte zusammengestellt

Enquête- Kommissions-Präsident Bodry: "Die Angelegenheit bewegt sich in Richtung Staatsaffäre.
Foto: Guy Jallay

(vb) – Der Geheimdienst SREL hat offenbar Pädophilie-Gerüchte über hohe Entscheidungsträger zusammengetragen. Wie Radio 100,7 am Montag meldet, soll ein ganzes Team des SREL unter anderem Generalstaatsanwalt Robert Biever im Visier gehabt haben.

Der Radiosender zitiert einen Bericht des früheren Mitarbeiters André Kemmer, der zwei Quellen für Gerüchte angezapft und auch bezahlt hat. 14 000 Euro erhielten die beiden Informanten. Die Nachforschungen zu den Pädophilie-Vorwürfen hätten sich 2005 und 2006 unter SREL-Chef Marco Mille abgespielt. Generalstaatsanwalt Biever nannte das Vorgehen des Geheimdienstes "nicht legitim und nicht akzeptabel". Es gehe bei dieser Affäre um seine Ehre und die von anderen Persönlichkeiten, sagte Biever gegenüber dem Radiosender.

Alex Bodry (LSAP), Präsident der Enquête-Kommission, sprach gegenüber dem "Luxemburger Wort" von "äußerst schwerwiegenden Vorgängen". Mit den Aussagen von Roby Biever hätten die Vorwürfe gegenüber dem Geheimdienst eine "neue Dimension" erreicht und bewegten sich nun in Richtung einer Staatsaffäre. Staatsminister Juncker wollte die Vorgänge am Montag auf seiner Griechenland-Reise nicht kommentieren.