Protest der Künstler

"Freeport ist ein Kunstgefängnis"

Das Freeport-Gebäude wird am Mittwoch offiziell in Betrieb genommen.
Agap

(ml) - Die neue Freihandelszone konkretisiert sich. 21 Monate nach dem ersten Spatenstich wird das "Luxembourg Freeport" am Mittwoch neben dem Cargo Center am Flughafen Luxemburg offiziell in Betrieb genommen. In diesem Gebäude werden auf einer Fläche von 13 000 Quadratmetern Wertgegenstände aller Art gelagert. Von teurem Wein und Gemälden bis hin zu Luxuswagen und Edelsteinen - die Palette der Waren, die dort untergebracht werden, ist breit gefächert.

Erst wenn die Waren das Freeport wieder verlassen, werden sie besteuert. Das logistische Drehkreuz stößt allerdings teilweise auf Kritik. Das Künstlerkollektiv Richtung 22 findet keinen Gefallen daran. "Kunst und Kulturgüter verschwinden hinter Beton und Stacheldraht", heißt es in dem Schreiben.

Beim Freeport handele es sich um einen "Kunstknast", der sich ausschließlich an eine reiche Klientel richte. "Es ist äußerst bedenklich, dass Kunst als Spekulationsgut verwendet werden soll, Kunst wird hier zweckentfremdet. Wenn die Einweihung des Freeports nicht zu einem Aufschrei unter Künstlern führt, können wir einpacken", sagt Maurice Sinner von Richtung 22.

Maximale Sicherheitsbestimmungen

Die Künstler wollen mit einer Portion Humor auf die Einweihung von Freeport reagieren. Sie haben ein satirisches Theaterstück mit dem Titel "Freeport - Culture's safe" geschrieben. Die Erstaufführung findet am 26. September im Théâtre du Centaure statt.

Im Freeport-Gebäude, das am Mittwoch seiner neuen Bestimmung übergeben wird, gelten maximale Sicherheitsbestimmungen. Bei einem Brand können die Türen und  Mauern den Flammen mindestens 90 Minuten lang standhalten. Die Feuerwehr kann binnen zwei Minuten einschreiten. Der Hochsicherheitstrakt wird rund um die Uhr überwacht. Sämtliche Besucher werden vor dem Eintritt kontrolliert. Im Inneren des Gebäudes kann man nur anhand von biometrischen Parametern und Codes in einen anderen Raum gehen. Der Kostenpunkt liegt bei rund 30 Millionen Euro.