Juncker ist kein Freund des Online-Journalismus

Premier Juncker blickte auf das Jahr 2012 zurück, das für die Luxemburger Presse sicherlich kein Jubeljahr war.
Foto: Marc Wilwert

(vb) – Auf ein Neues hat Premier Jean-Claude Juncker sein geringes Interesse am Internet kundgetan. "Ich bin kein großer Konsument von Online-Nachrichtendiensten", sagte er beim Neujahrsempfang für die Presse.

Schon vorher hatte er in einem Interview gesagt, er habe „mehr erotische Gefühle beim Durchblättern einer Zeitung“ als beim Online-Lesen. Mitsamt der versammelten Journalisten blickte Juncker beim Presseempfang der Regierung zurück auf ein Jahr, in die Medien mehrere schlechte Nachrichten über die eigene Branche zu vermelden hatte. Mehrere Presseorgane hätten aufgeben müssen, zudem schmerze der Tod von gestandenen Luxemburger Journalisten, die der hiesigen Presse ihren Stempel aufgedrückt hätten.

Juncker hob das neue Gesetz zur Informationsfreiheit hervor, das demnächst in Kraft tritt. Es sichert Journalisten, aber auch ganz normalen Bürgern, zu, auf Informationen der Verwaltung Zugriff zu nehmen.

Kommunikationsminister Biltgen unterstrich, dass Luxemburg stolz auf seine Pressevielfalt sein könne. Während es anderen Gegenden Europas vielfach Meinungsmonopole gebe, könnten die Bewohner zwischen vielen Presse- und Radiostimmen auswählen. Dies gelte es zu erhalten.

"Nachrichten hinterfragen"

Biltgen forderte die Journalisten dazu auf, mehr hinter die Nachrichten zu blicken. Die schlichte Verbreitung von Information sei im 21. Jahrhundert nicht mehr die große Herausforderung, da Informationen allgegenwärtig seien. "Die Journalisten sollten deshalb Nachrichten hinterfragen, die richtigen Fragen stellen und den kritischen Geist in der Bevölkerung erwecken", meinte der Minister.

Fernand Weides (Radio 100,7), Präsident des Presserats, sagte, die Presse als Ganzes müsse umdenken. Dafür sei eine gemeinsame Bestandsaufnahme notwendig.

In Luxemburg sind 500 haupt- und nebenberufliche Journalisten vom Presserat anerkannt.

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