Grenzübergreifend auf den Spuren von St. Martin

Mantelübergabe auf der Sauerbrücke

Der Überlieferung nach teilte St. Martin, als er noch Soldat war, seinen Mantel mit einem Bettler.

(AC) - Seit 2005 ist der lange Weg quer durch Europa zwischen Szombathely in Ungarn und Tours in Frankreich eine Kulturroute des Europäischen Rates. Dieser Weg verbindet Geburts- und Sterbeort des wohl bekanntesten europäischen Heiligen: des heiligen Martin.

Er, der Urheber der berühmten Mantelteilungslegende, ist heute nicht nur einer der bedeutendsten Heiligen der christlichen Kirche, sondern stellt für ganz Europa ein Symbol des Teilens, der Solidarität und gemeinsamer Werte dar.

Martin, der im 4. Jahrhundert lebte, legte im Lauf seines Lebens mehrfach die großen Entfernungen zwischen Ungarn und Frankreich zurück, zunächst als Soldat des römischen Heeres, dann als Seelsorger und Bischof von Tours, der z. B. an den Hof des römischen Kaisers Maximus nach Trier reiste.

Und genau diese Reisen führten ihn um 385 mehrfach auf dem Römerweg (lateinisch camino = luxemburgisch Kiem) durch unser Land. Martin wollte sich diplomatisch und versöhnend in einen Ketzerstreit in Trier einmischen. Auf dem Rückweg, betrübt durch seine Niederlage, erlebte er dann in den Wäldern von Niederanven die legendäre Tröstung durch einen Engel. Sein Biograf Sulpicius Severus berichtet darüber und in Senningen/Niederanven erinnert noch heute der „Hellgesteen“ an dieses Ereignis.

In diesem Jahr 2016 wird der 1 700. Geburtstag von Martin gefeiert. Zu diesem Anlass wird die sogenannte Mittelroute der Via Sancti Martini (auf luxemburgisch Mäerteswee) von Pilgergruppen bereist, die einen symbolischen Mantel mit sich führen. Dieser von einer jungen Künstlerin gestaltete Mantel wird von einer Diözese zur nächsten am Martinsweg entlang weitergereicht, verbunden mit kulturellen Informationen, sozialen Aktionen und spirituellen Impulsen in den zahlreichen Martinskirchen. Anfang September hat sich der Mantel in Szombathely auf den Weg nach Tours gemacht.

Am Samstag, dem 12. November, um 13.45 Uhr, wird er von Vertretern des Bistums Trier auf der Sauerbrücke in Wasserbillig an Vertreter des Erzbistums Luxemburg überreicht. Alle Interessierten, alle St. Martinsverehrer und Kulturwegsbegeisterten sind herzlich eingeladen, an dieser Übergabe teilzunehmen und um 14 Uhr in der Wasserbilliger Martinskirche mehr über diesen europäischen Heiligen und seine Bedeutung für die Welt von heute zu erfahren.

Auf www.martinuswege.eu finden sich viele Informationen zum Kultur- und Pilgerweg, der in Luxemburg von Wasserbillig über Betzdorf, Junglinster, Niederanven, Luxemburg-Weimerskirch und Simmern (Septfontaines) bis zur belgischen Grenze und dann weiter nach Arlon verläuft.

Programm:

Samstag, 12. November:

- 13.45 Uhr auf der Sauerbrücke von Wasserbilllig: Treffen von Vertretern und Pilgern der Diözese Trier und der Erzdiözese Luxemburg.

- 14 Uhr in der St.-Martin-Kirche in Wasserbillig: Andacht zu Ehren des heiligen Martin mit Übergabe des symbolischen Mantels.