Esel darf auf Turm der Alten Kirche in Diekirch bleiben

Maggy Nagel: Diekircher ,,Esel-Dossier völlig unwichtig"

Seit Mai 2013 thront er dort oben. Nun darf er wohl auf immer und ewig den Diekircher Einwohnern zeigen, aus welcher Richtung der Wind weht.
Foto: Nico Muller

(NiM) - Seit Mitte Mai des vergangenen Jahrs thront bekanntlich anstatt eines Wetterhahns ein Esel an der Spitze des Turms der alten Kirche  in Diekirch. Seitdem hat  er nicht nur in Diekirch, sondern auch im ganzen Land für relativ viel Gesprächsstoff  gesorgt. Einerseits finden dies so manche  Bürger ziemlich originell, ist doch der Esel so etwas wie das Wahrzeichen der Stadt.

Andererseits stören sich nicht wenige daran, dass die LSAP-Gemeindeväter sich über bestehende Gesetze zum Denkmalschutz einfach hinwegsetzten und ohne Erlaubnis des  Kulturministeriums eine solche Nacht- und Nebelaktion durchführten. Denn die hätten sie unbedingt einfordern müssen, ist die alte Kirche doch schon seit dem 13. September 1978 als nationales Monument klassiert, an dem nichts verändert werden darf ohne Zustimmung des Denkmalschutzamts.

Aber auch die neue Kulturministerin Maggy Nagel  scheint bestimmten Vorschriften keine ganz so grosse Wichtigkeit beizumessen und nimmt das Schaffen eines bedenklichen Präzedenzfalls wissentlich  in Kauf. Auf Anfrage liess die DP-Politikerin nun nämlich  wissen, dass sie sich nicht mit solch ,,unwichtigen Dingen" aufhalten möchte. Wenn die Gemeinde Diekirch meine, der Esel sei gut und wichtig da oben an der Turmspitze, dann solle dieser doch da bleiben, mit oder ohne Genehmigung.

Und was ihre Vorgängerin im Amt, Octavie Modert (CSV), entschieden habe, interessiere sie nicht. Bekanntlich hatte diese die Gemeindeführung sogar per Brief Anfang August 2013 dazu aufgefordert, das Denkmalschutzgesetz einzuhalten und das Gebäude wieder in den Originalzustand zu versetzen. Damals reagierte Bürgermeister Claude Haagen übrigens  lediglich mit einem sturen: ,,Ich habe den Brief zur Kenntnis genommen". Dank seiner Sturheit scheint er sich nun aber definitiv im Seilziehen mit dem Kulturministerium durchgesetzt zu haben.

Die Moderation der Kommentare liegt alleine bei wort.lu. Sie werden von unseren Kommentatoren geprüft und freigegeben, bevor sie hier erscheinen. Das Luxemburger Wort ist nicht verantwortlich für öffentliche Reaktionen oder Kommentare zu Artikeln von wort.lu, die von Nutzern in sozialen Medien (Facebook, Twitter etc.) geschrieben werden. Bitte beachten Sie die Regeln für Kommentierung auf wort.lu in unserem Impressum.