Erste Hilfe Gruppe ist ein Privileg

Erste Hilfe im Schulgebäude

Das „Éischt Hëllef Team Kolléisch“ vermittelt seit 15 Jahren ein Gefühl der Sicherheit

In den Schränken der gut ausgestatteten "Infirmerie" des hauptstädtischen "Kolléischs" findet sich alles was bei Not gebraucht wird.
Chris Karaba

(dhay) - Schüler im Dienst der Schulgemeinschaft: Das „Éischt Hëllef Team Kolléisch“ besteht seit 1998. Seine Mitglieder leisten im Notfall Erste Hilfe, legen Pflaster und Verbände an, beruhigen. Sie sind während der Schulstunden jederzeit einsatzbereit, werden das ganze Jahr über geschult und ausgebildet. Das Team zählt heute 43 Notfallhelfer, allesamt Schüler.

Wenn im Notfall schnell Hilfe geleistet wird, können Leben gerettet werden. Ganz so dramatisch läuft es im hauptstädtischen Athenäum wohl nicht ab. Und doch sind die Mitglieder des „Éischt Hëllef Team Kolléisch“ in der Lage, betroffenen und verwundeten Menschen Erste Hilfe zu leisten.

Die motivierten Jugendlichen haben „Freude daran, anderen zu helfen.“ Ihr "Chef", Jean-Louis Gindt, ist sehr zufrieden mit der Arbeit, die sie leisten.
Chris Karaba

Von 1998 bis heute

Bereits im Schuljahr 1 998/1 999 wurde der Grundstein gelegt: auf Anraten des damaligen stellvertretenden Direktors Paul Schiltz wurde das Erste – Hilfe – Team der ältesten Sekundarschule des Landes gegründet. Eigentlich als Anstreicher eingestellt, doch bei der Feuerwehr aktiv, übernahm Henri Mousel diese Aufgabe, stellte ein Team zusammen und organisierte das nötige Material. Mit dabei waren im ersten Jahr acht Schülerinnen und Schüler.

Mehr als 15 Jahre später besteht das EHTK noch immer. Einziger Unterschied: Das Material ist moderner geworden und aus acht Schülern wurden 43.

Mitmachen darf jeder, der die Schule besucht oder dort lehrt. Tatsächlich aber sind nur Schüler als Ersthelfer aktiv, da es den Lehrern bedauerlicherweise an Zeit mangelt.

Schätzen tun die Schüler vor allem die gute Stimmung, die im Team herrscht. Viele und gute Freundschaften wurden geschlossen. Das spiegelt sich auch in der gemeinsamen Weihnachtsfeier wider, die sie jedes Jahr organisieren. Oder in den kleinen Ausflügen, die zusammen unternommen werden.

„Es ist wichtig, anderen helfen zu können“, lautet die übereinstimmende Antwort der Jugendlichen. „Mir war der Erste – Hilfe – Kurs zu theoretisch, deshalb bin dem Team beigetreten“, so Ersthelfer Sunny. „Der Charakter der Schüler wird durch diesen zwischenmenschlichen Kontakt geprägt und kann sie nur fordern“, so Jean – Louis Gindt, seit diesem Jahr „Chef“ des EHTK.

Der Lehrer Jean-Louis Gindt ist seit dem Schuljahr 2014/2015 neuer Leiter des EHTK.
Chris Karaba

Auch Direktor Jos. Salentiny unterstützte von Beginn an die Idee des Erste – Hilfe – Teams in der Schule. Er begrüßt vor allem, dass den Schülern ermöglicht wird, Verantwortung zu übernehmen. Ziel des Athenäums sei, die Schüler zu mehr Autonomie und Selbstständigkeit zu erziehen. Das gelinge besonders gut mit dem „Éischt Hëllef Team“. Die Jugendlichen haben dies schon mit einer Reihe Eigeninitiativen unter Beweis gestellt. Sie haben vor einigen Jahren ein Komitee gegründet, in dem sowohl die mitwirkenden Schüler vertreten sind, als auch die Direktion und die Leiter des Teams, Jean-Louis Gindt und Myriam Gessner. Dank dieses Gremiums besteht ein reger und ständiger Austausch zwischen den Schulleitern und den Ersthelfern.

Bereitschaftsdienst

Maximal drei Schüler haben gleichzeitig Dienst. Sie tragen einen Funkmeldeempfänger mit sich, der im Notfall „piepst“. Auch im Dienst bleiben die Schüler in ihren jeweiligen Klassen und werden nur dann von ihrer Schulpflicht entbunden, wenn Hilfe gebraucht wird.

Alles hat seinen Platz auf der Krankenstation. Nur die Ersthelfer wechseln sich ab.
Chris Karaba

Selbst rezeptfreie Medikamente dürfen sie ohne die Zustimmung der Eltern nicht verabreichen. Obwohl freiwillig und ehrenamtlich, unterstehen die Ersthelfer des „Éischt Hëllef Team Kolléisch“ der Schweigepflicht. Nach der Behandlung eines Patienten wird ein detaillierter Bericht am Computer verfasst. Seit Beginn dieses Schuljahres wurden bereits 640 Einsätze verzeichnet.

Die Arbeit der Mitglieder des Erste Hilfe Teams begrenzt sich nicht nur auf die tägliche Bereitschaft während der Schulstunden. Bei allen größeren Veranstaltungen des Lyzeums ist das EHTK im Einsatz. Es wird regelrecht in das Leben der Schule eingebunden: Bei Feueralarm hat das Team präzise Aufgaben.

So sind die fast 1 700 Schüler, Lehrer und Personal des Athénée de Luxembourg immer in guten Händen. Dies verbreitet unter den Anwesenden ein Gefühl der Sicherheit.

Ihre Anwesenheit verbreitet ein Gefühl der Sicherheit. Sie zu haben, ist ein Privileg.So lautet die Anerkennung der Schulgemeinschaft.
Chris Karaba

Zudem werden seit 2 009, im Rahmen des „Mini – Anne“ – Projektes, jedes Jahr die Schüler der 6e, 4e und 2e Klassen in die Kunst der Wiederbelebung und Beatmung eingeführt und der Umgang mit einem Defibrillator gelehrt. Unter der Leitung des EHTK üben die Schüler im Laufe ihrer Sekundarstudien die Gesten der Reanimation dreimal. Über 90% aller Schüler behaupten von sich, im Ernstfall diese überlebenswichtigen Gesten zu beherrschen.

Das EHTK stellte für acht der momentan 43 aktiven Schülern das Sprungbrett in das Rettungswesen dar. Sie sind freiwillige Sanitäter und fahren im Krankenwagen mit. Insgesamt 35 EHTK – Mitglieder haben diesen Schritt bisher unternommen.

Material und Unterstützung

Das benötigte Material, von Pflastern über Halskrausen bis hin zu Tragen wird hauptsächlich durch die Schule finanziert. Die eine oder andere Geld- und Materialspende kommt aber auch von außen, wie der Elternvereinigung, den Freunden des Athenäums und der Vereinigung ehemaliger Schüler.

Das „Éischt Hëllef Team Kolléisch“ ist auf Facebook zu Hause und hat auch eine eigene Website: www.ehtk.lu