Bericht über rassistische Facebook-Gruppe: RTL-Journalist freigesprochen

Kläger hatte sich durch Reportage diskreditiert gefühlt.

Die Facebook-Gruppe hatte Ende 2011 Schlagzeilen gemacht, da Personen des öffentlichen Lebens ohne ihr Wissen Mitglied in dieser Gruppe waren.
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(gs) - RTL-Journalist Nico Graf wurde am Donnerstag vom Vorwurf der Verleumdung und Diffamierung freigesprochen. Ein Facebook-User hatte vor dem Zuchtpolizeigericht Luxemburg gegen Graf geklagt, weil dieser im Dezember 2011 in einem Bericht über eine mutmaßlich fremdenfeindliche Facebook-Gruppe besagten Kläger als einen der vier Administratoren der Gruppe öffentlich kenntlich gemacht hatte.

Der Mann hatte sich dadurch diskreditiert gefühlt. Vor Gericht hatte seine Anwältin Me Caroline Muller erklärt, das der Mann ohne sein Wissen Verwalter der Gruppe geworden sei. Grafs Anwalt Me Pol Urbany hatte seinerseits argumentiert, dass Graf schlicht und einfach die Wahrheit gesagt habe, der Kläger nun mal Administrator gewesen sei. Graf habe noch nicht einmal den Mann als rassistisch oder fremdenfeindlich bezeichnet, obwohl er dies in Anbetracht von dessen Kommentaren auf Facebook ohne Weiteres hätte tun können, so Me Urbany.

750 Euro Entschädigung für Graf

Besagte Facebook-Gruppe, die sich laut Namensgebung mit „Asylantenheimen in Luxemburg“ befasst, hatte Ende 2011 Schlagzeilen gemacht, da Personen des öffentlichen Lebens ohne ihr Zutun und Wissen Mitglied in dieser Gruppe waren. Nico Graf hatte damals, wie Journalisten anderer Medien auch, über diesen Umstand berichtet.

Einhergehend mit dem Freispruch Grafs wurde der Antrag des Klägers auf eine Entschädigung für die Verfahrenskosten am Donnerstag abgewiesen. Der Mann muss vielmehr nun, so das Urteil der Richter, Graf einen Betrag von 750 Euro zahlen als Ausgleich für dessen Verfahrenskosten.