"Beki": Erste Regionalwährung Luxemburgs vorgestellt

Vorstellung des neuen Regionalgeldes „Beki“ gestern Abend in Beckerich

Auch in Sachen Design steht der "Beki" dem Euro in nichts nach...
Foto: John Lamberty

(JL) - Während die Spitzenpolitiker der EU weiter fieberhaft um die Rettung des Euro kämpfen, wurde am Donnerstagabend in Beckerich die erste Regionalwährung Luxemburgs, der „Beki“, aus der Taufe gehoben. Zwar soll der „Beki“ dem Euro keinesfalls den Rang ablaufen, durch seinen auf den Redinger Kanton beschränkten Gültigkeitsbereich soll er jedoch als alternatives Zahlungsmittel die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärken und damit Kaufkraft im Kanton binden.

Bürgermeister Camille Gira, Präsident der „Beki“-Verwaltungsvereinigung „de Kär“, und Projektkoordinator Max Hilbert zeigten sich gestern Abend ebenso nervös wie glücklich über die Vorstellung der ersten, noch druckfrischen 1-, 2-, 5-, 10-, 20- und 50-„Beki“-Banknoten, die nun also ab dem 2. Januar 2013 eingeführt werden. Ein historischer Tag für die Initiatorengemeinde Beckerich und natürlich für den gesamten Kanton Redingen, wie ein stolzer Camille Gira meinte.

43 Betriebe akzeptieren „Beki“ sofort

Als alternatives, regional gültiges Zahlungsmittel funktioniert der „Beki“ im Grunde wie ein Gutschein, mit dem man in all jenen Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben des Kantons einkaufen kann, die den „Beki“ offiziell als Zahlungsmittel akzeptieren. Mittlerweile sind dies bereits 43 Betriebe, die von Lebensmittel- und Warengeschäften über Gastronomiebetriebe, Fachhandelsläden aus jedweden Bereichen bis hin zu Handwerksunternehmen und Freizeitanbietern alle möglichen Produkt- und Angebotssparten abdecken.

Ziel ist es, einen dynamischen Kreislauf des „Beki“-Geldes zwischen Kunden, Produzenten und Lieferanten der gesamten Region anzukurbeln, wobei das Regionalgeld eben den Vorteil bietet, dass es nur innerhalb des Kantons ausgegeben werden kann und somit Wirtschaftsabläufe und Kaufkraft vor Ort stärkt. Um die Dynamik zusätzlich anzuheizen und das Geld, gemäß seinem ureigensten Sinn, im Umlauf zu halten, ist der „Beki“ zudem mit einem automatischen Entwertungsmechanismus versehen, der auch beim Rücktausch in Euro mit einem fünfprozentigen Wertverlust eintritt.

Von diesen fünf Prozent fließen automatisch zwei Prozent in die Verwaltungsstruktur des „Kär“, während die restlichen drei Prozent jeweils einer wohltätigen Initiative aus der Region zugute kommen. Ein „Beki“ entspricht paritätisch einem Euro. Ab dem 2. Januar kann man seine Euros in den meisten Raiffeisen-, Sparkassen-, BGL- und BIL-Bankfilialen des Kantons sowie im Redinger Postamt gegen „Bekis“ eintauschen, wobei diese bis auf Weiteres aber nur in Bargeldform kursieren. 

Dank an die Partner

Bürgermeister Camille Gira und Projektkoordinator Max Hilbert dankten gestern natürlich allen Partnern der ersten Stunde sowie der rund 20-köpfigen Arbeitsgruppe, die das Projekt in den vergangenen beiden Jahren auf die Beine gestellt hatte. Großen Dank richteten beide aber auch an die Künstlerin Patricia Lippert und den Grafiker Patrick Pax, die für die Gestaltung der Geldnoten verantwortlich zeichnen, sowie der Druckerei Faber, welche die Scheine samt jeglichen Sicherheiten zum Schutz vor Fälschungen drucke.

Die ersten „Beki“-Preisgelder erhielten gestern jedoch die „Paten“ der Regionalwährung, Josh Becker aus Buschdorf und Eliane Thilmany aus Redingen, die dem Neugeborenen mittels eines Wettbewerbs den Namen „Beki“ verpassen durften. Weitere Preise erhielten zudem Romain Tranchida aus Colmar-Berg und Jean-Marie Kerger aus Arlon (B).