Auf der Suche nach der verdeckten Diskriminierung

Im Kampf gegen Diskriminierung tun die Behörden das Nötigste, aber auch nicht viel mehr, moniert der Enar-Bericht.

(jm) - Roma, Muslime, Zuwanderer aus nicht-europäischen Ländern, Schwarze oder Frauen, die einer Minderheit angehören, werden bei der Arbeitssuche in Europa diskriminiert. Selbst wenn sie einen Job gefunden haben, verbessert sich ihre Lage nicht wirklich; sie verdienen weniger, haben schwierigere Arbeitsbedingungen und müssen häufiger um ihren Arbeitsplatz bangen.

Dies geht aus einem Bericht hervor, den das Europäische Netzwerk gegen Rassismus aus Anlass (Enar) des Internationalen Tags gegen Rassismus (der 21. März) veröffentlicht hat. Bei diesem Netzwerk handelt es sich um einen Verband von Nichregierungsorganisationen aus den EU-Mitgliedstaaten sowie Island, der sich dem Kampf gegen Rassismus, Fremdenhass und Diskriminierung widmet.

Im Mittelpunkt des aktuellen Jahresberichts steht die Diskriminierung am Arbeitsplatz, dabei wurde auch die Lage in Luxemburg unter die Lupe genommen. Die beiden Autoren Serge Kollwelter und Noémie Sadler geben zu bedenken, dass eine fundierte Studie dieser Thematik aufgrund der fehlenden Daten nicht wirklich möglich sei. "Die gute wirtschaftliche Lage des Landes sowie der Bevölkerungszuwachs über die Migration könnten eine Begründung für die mangelhafte Datenlage sowie die wenigen offiziell gemeldeten Fälle von Diskriminierung in der Arbeitswelt sein", schreiben die Autoren, die die Frage nach der "verdeckten" Diskriminierung aufwerfen, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sei, weil sie weder den Gewerkschaften, noch der Zivilgesellschaft oder den Gerichten gemeldet würde.

Die beiden Autoren kommen zum Schluss, dass die Diskriminierung in der Arbeitswelt in Luxemburg nicht wirklich ein Problem darzustellen scheint, dass es an der notwendigen Bewusstseinsbildung fehlt und dass das Thema auch nicht wirklich eine Priorität darstellt: Die politischen Behörden tuen das Nötigste, nicht mehr und nicht weniger.

Kollwelter und Sadler plädieren für eine Vereinheitlichung der Diskriminierungsregeln im Privatsektor und im öffentlichen Dienst; sie wünschen mehr Mittel für die Gleichstellungsbehörde CET und eine bessere Koordinierung zwischen CET, Gewerbeinspektion, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden.