Neue Technologie

Welche Rolle wird der 3D-Drucker in Zukunft spielen?

Diese Spielzeuge sind einem 3D-Drucker entsprungen.
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In den letzten Jahren gewann das Prinzip des 3D-Druckers immer mehr an Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Die Grundidee ist einfach: Mit einem auf dem Computer erstellten Plan ist es möglich, das gewünschte Objekt, mithilfe eines 3D- Druckers, Realität werden zu lassen. Die Faszination, die diese neue Methode des Druckens auslöst, kann nur von den unglaublichen Möglichkeiten übertroffen werden, welche diese Technologie mit sich bringt. Wie kann man sich eine Zukunft mit den 3D-Druckern vorstellen, die noch in den Kinderschuhen steckt?

Anfang der 80er-Jahre begann alles mit dem amerikanischen Ingenieur Chuck Hull, der als Erfinder des 3D-Druckers gilt. Das erste Objekt, das er mithilfe dieser Methode erstellt hat, war ein einfacher Becher. Innerhalb der nächsten 30 Jahre wurde das Gerät weiter verbessert, unzählige Benutzungsmöglichkeiten entstanden. Immer mehr Materialien, wie zum Beispiel Plastik, Gummi oder Metall, um nur einige zu nennen, können benutzt werden, um die verschiedensten Objekte herzustellen. So wurde im Jahre 2010 das erste Auto mit dem Namen „Urbee“ vorgestellt, dessen Außenhülle komplett einem 3D-Druck entsprang. Zu was man noch alles fähig ist, beweist ebenfalls ein Projekt aus den Niederlanden. Der „KamerMaker“, ein riesiger Drucker, soll dafür genutzt werden, um Häuser aus recycelten Materialien zu errichten.

Während manche Projekte sich noch im Anfangsstadium befinden, so wird in anderen Bereichen wie der Industrie schon seit einiger Zeit umgedacht. Firmen wie General Electric stellen jetzt schon gedruckte Kraftstoffdüsen her, die im Bau von Flugzeugen verwendet werden.

Hoffnungen für die Zukunft

Das Potenzial, das vom 3D-Drucker ausgeht, ist jedoch noch lange nicht erschöpft. Wissenschaftler setzen große Hoffnungen in eine Weiterentwicklung im Bereich Medizin. Die Einbindung von Druckern in der Medizin könnte Patienten ein besseres Leben verschaffen. Arm- oder auch Beinprothesen könnten auf eine schnelle Art und Weise an den Patienten angepasst werden. In Zukunft könnte jedes Krankenhaus fähig sein, die notwendigen Prothesen vor Ort herzustellen, was nicht nur Zeit, sondern auch Kosten einspart.

Jedoch gibt es auch andere Ansätze, die noch erstaunlicher klingen. Schon jetzt ist es Wissenschaftler gelungen, mithilfe von Stammzellen als Material Haut herzustellen. Was sich momentan noch nach Science Fiction anhört, könnte in Zukunft als Revolution in der Medizin angesehen werden. Hoffnung wird in der Möglichkeit ausgedrückt, dass man irgendwann in der Lage sei, ganze Körperteile wie Arme, Beine oder sogar Organe herzustellen. Dies würde vielen Patienten, die oftmals Monate auf eine Organspende warten müssen, zu Gute kommen.

Nicht nur die Medizin, sondern auch die Nahrungsproduktion könnte einen großen Wandel durchleben. Irgendwann könnten Schlachthöfe überflüssig sein, wenn sich die Chance ergibt, das Essen künstlich drucken zu lassen.

Momentan ist dies noch alles Zukunftsmusik und es wird in den nächsten Jahren nicht zu einer großen Veränderung in diesen Bereichen kommen. Die Erforschung dieser Ideen ist noch nicht ausreichend untersucht worden, jedoch sind die Möglichkeiten nicht zu unterschätzen, wenn man bedenkt, wie rasant sich diese Technologie in den letzten Jahren weiterentwickelt hat.

Unternehmen stellen sich um

Die Anwendungsbereiche des 3D-Druckers sind sehr vielfältig. So werden jetzt schon und auch in Zukunft Unternehmen ihre Produktion umstellen können. Warum Produkte in vielen einzelnen Arbeitsschritten mit den jeweiligen Werkzeugen zusammensetzen, wenn man das fertige Produkt auch einfach drucken kann? Viele Maschinen und Werkzeuge können durch ein einziges Gerät ersetzt werden. Nicht nur Zeit, sondern auch Geld kann gespart werden durch dieses Verfahren. Fabriken wie sie heute existieren, werden in einer Welt von morgen vielleicht nicht mehr existieren. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass viele Unternehmen Kosten sparen können durch die Einstellung vom Transport verschiedener Bauteile durch die ganze Welt, wenn man fähig, ist die notwendigen Bauteile selbst vor Ort zu produzieren.

Zugänglichkeit zur Technologie

Einrichtungen wie zum Beispiel das FabLab (Fabrication Laboratory) im Industriegebiet Belval bieten u. a. den Gebrauch von 3D-Druckern der Öffentlichkeit in Luxemburg an. Jedoch werden immer mehr Geräte für den Eigenbesitz erschwinglich. Momentan liegen die Preise zwischen 500 und 3 000 Euro für kleinere Exemplare.

Je mehr Menschen Zugang zu solchen Geräten haben, desto mehr wird sich ebenfalls unser Umfeld verändern. 3D-Drucker bietet jedem einzelnen die Fähigkeit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Es wird die Möglichkeit geboten, selbst Gegenstände herzustellen und sie nach individuellen Vorstellungen zu gestalten. Man wird in Zukunft nicht mehr so streng an das Angebot eines Herstellers gebunden sein, im Gegenteil. So wird es vielen Menschen ebenfalls möglich sein, ihre ganz eigenen und einzigartigen Ideen Realität werden zu lassen.

Was in der Theorie gut klingt, kann jedoch auch ins Negative schwanken. Da viele 3D-Drucker qualitativ immer hochwertiger werden, besteht die Gefahr, dass Schusswaffen auf diese Art und Weise produziert werden können. Seit 2013 findet man im Internet Baupläne für Schusswaffen. Anfangs noch nicht wirklich ausgereift, werden neuere Modelle immer hochwertiger und stellen eine mögliche Gefahr dar, vor allem, da durch das Internet Baupläne leicht zu verbreiten sind.

Nichtsdestotrotz scheinen die Möglichkeiten, die sich durch den 3D-Drucker in Zukunft verwirklichen lassen können, fast grenzenlos. Obwohl man diese neuartige Technologie noch keinesfalls vollständig ausschöpfen kann, so darf man doch gespannt sein, zu was diese Drucker-Maschinen in ein paar Jahren fähig sind.

Von Slam!-Redakteur Raoul Seresse