Wie sieht die Zukunft des Luxemburgischen aus?

Die Krux mit der Sprache

Luxemburgisch als Amtssprache - ein unrealistisches Vorhaben?
Foto: Guy Wolff

Eindeutiger hätte die Antwort nicht ausfallen können: „Lëtzebuergesch“ als Amtssprache ist für ihn unrealistisch. Der Soziologe Fernand Fehlen meint in einem Warte-Interview, dass es keinen Sinn mache, an ein goldenes Zeitalter der Luxemburger Sprache anknüpfen zu wollen, ein Zeitalter, das es so nie gegeben habe.

Sorgen macht sich Fehlen übrigens mehr um die zurückgehenden Französischkenntnisse der Luxemburger als um die Luxemburger Sprache selbst, die seiner Meinung nach weiterhin die Sprache der Einheimischen und die Integrationssprache der Ausländer bleibe.

Lebendig wie nie ist Luxemburgisch in der politischen Debatte. Christoph Bumb wirft einen Blick zurück auf Jean-Claude Juncker, der als erster Premier die Rede zur Lage der Nation in der Landessprache hielt.

Marc Thill wirft einen Blick auf den Gebrauch von Sprachen innerhalb der Luxemburger Gemeinden - in den einzelnen Regionen sind die Unterschiede nämlich erheblich.

Viel älter als es den Anschein hat ist die Debatte um den möglichen Status des Luxemburgischen als EU-Amtssprache. Ein Vergleich mit der irischen Sprache führt jedoch in die Irre, meint Diego Velazquez.

Auf den Kern der Sprachendebatte zielt eine Analyse von Pol Schock. Im Grunde gehe es um tief liegende Befürchtungen, die Luxemburger Identität könne verschwinden.

Für Sprachwissenschaftler Peter Gilles haben gesetzliche Regelungen nicht viel Sinn. Im praktischen Gebrauch sei die Sprache nicht zentral steuerbar.