Oscar für Luxemburg: Xavier Bettel gratuliert

"Mr. Hublot" erzählt die Begegnung eines leicht skurrilen Eiermanns  und einem kleinen Hunderoboter.

Laurent Witz (l.)  und Alexandre Espigares bei der Verleihung in Hollywood.
Foto: AFP

(TJ/dpa) - Die französisch-luxemburgische Koproduktion "Mr. Hublot" wurde als bester animierter Kurzfilm in der Nacht zum Montag in Hollywood mit der begehrten Trophäe ausgezeichnet.

Premierminister Bettel gratuliert den beiden Produzenten Laurent Witz und Alexandre Espigares und dem Team von Zeilt Productions. Die Auszeichnung sei eine Anerkennung für "das hohe Niveau der Qualität und der Kompetenzen im audiovisuellen Bereich", die das Großherzogtum vorweisen könne. Der Film wurde zu 73 Prozent von der Luxemburgischen Gesellschaft Zeilt Productions getragen, der Rest wurde  von der Französischen "Watt Frame" getragen. Laurent Witz ist Teilhaber in beiden Firmen.

"Mr. Hublot" wurde von Anfang an  vom Luxemburger Filmfonds unterstützt, die Produktion dauerte drei Jahre.

Bettel beglückwünschte aber auch Stéphan Roelantsund die Mannschaft von Melusine Productions sowie Studio 352 für die Nominierung des Animationsfilms  "Ernest & Célestine».

Laurent Witz zeigte sich bei der Verleihung in Hollywood sehr bewegt und dankte der ganzen Filmcrew und den Organisatoren der Verleihung in kurzen Worten: "Was an dem Film gefallen mag, ist neben der anspruchsvollen technischen Umsetzung die Poesie und Detailliebe in einem einzigartigen Universum.

Erste Reaktionen aus Hollywood

Man hat natürlich immer gehofft, aber sich dann doch gesagt, dass wir keine Chance gegenüber Konkurrenten wie Disney hätten. Wenn man dann aber im Saal  sitzt, und der Name wird genannt, wird man schon von Emotionen gepackt und ist den Tränen nahe“, so die erste Reaktion von Filmfund-Direktor Guy Daleiden auf RTL.

"Mr. Hublot" erzählt die Begegnung eines leicht skurrilen Eiermanns  und einem kleinen Hunderoboter. Der sieben Minuten lange Streifen hatte sich gegen den Disney-Film "Get a Horse" durchgesetzt, der als Favorit gegolten hatte.

Insgesamt neun Preise konnte der Film um Mr. Hublot und seine liebenswerten Zwangsstörungen bislang einheimsen. Der Kurzfilm wurde an mehr als 30 internationalen Festivals gezeigt.

Die Verleihung in der Zusammenfassung

DIE FILME:

Das historische Sklavendrama „12 Years a Slave“ schrieb selbst Geschichte. Drei Oscars bekam der Film des Briten Steve McQueen, darunter den wichtigsten als bester Film. Zum ersten Mal gewann das Werk eines schwarzen Regisseurs diesen Preis. Da Brad Pitt einer der Produzenten ist, darf auch er sich von nun an Oscar-Preisträger nennen. Das Weltraumdrama „Gravity“ erhielt sieben Oscars, vor allem technische, aber auch für die Regie von Alfonso Cuarón. Erstmals siegte damit in dieser Kategorie ein Mexikaner.

DIE GROSSEN GEWINNER:

Die besten Nebendarsteller Jared Leto („Dallas Buyers Club“) und Lupita Nyong'o („12 Years a Slave“) überzeugten nicht nur mit intensivem Spiel, sondern auch mit traumhaften Dankesreden. „An all die Träumer da draußen, in der Ukraine und in Venezuela“, sagte Leto. Und Nyong'o: „Wenn ich diese goldene Statue anschaue, dann erinnert sie mich und jedes kleine Kind daran, dass - egal woher du stammst - deine Träume wertvoll sind.“ Bei den wichtigen Hauptdarsteller-Oscars triumphierten Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club“), der sich für seine Rolle als Aidskranker Dutzende Kilo heruntergehungert hatte, sowie die beeindruckende Cate Blanchett, die für Woody Allen in „Blue Jasmine“ eine krisengeschüttelte Frau darstellte: wahnsinnig werdend, nachdem ihr reicher Mann als Betrüger aufgeflogen ist.

DIE VERLIERER:

Großer Verlierer war die zehnmal nominierte Gaunerkomödie „American Hustle“, die komplett leer ausging. Auch das zurzeit weltweit gefeierte Lied „Happy“ von Pharrell Williams aus dem Animationsfilm „Ich - Einfach Unverbesserlich 2“ musste sich geschlagen geben: und zwar „Let It Go“ von Kristen Anderson-Lopez and Robert Lopez aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin - Völlig unverfroren“.

Hier die Übersicht der Oscars:

  • Das Sklavendrama „12 Years a Slave“ von Steve McQueen ist mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet worden. Es war das erste Mal, dass ein Werk eines schwarzen Filmemachers in dieser Kategorie triumphierte. Produzent Brad Pitt nahm am frühen Montagmorgen in Hollywood den Oscar entgegen, übergab dann aber das Mikrofon an den britischen Regisseur. „Ich widme diesen Preis allen Menschen, die jemals unter Sklaverei gelitten haben, und den 20 Millionen Menschen, die noch heute darunter leiden“, sagte McQueen in seiner Dankesrede.
  • Regie: Alfonso Cuarón („Gravity“) - Hauptdarsteller: Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club“)
  • Der Schauspieler Matthew McConaughey hat für seine Leistung in „Dallas Buyers Club“ den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen.
  • Hauptdarstellerin: Cate Blanchett („Blue Jasmine“)
  • Nebendarstellerin: Lupita Nyong'o („12 Years a Slave“)
  • Nebendarsteller: Jared Leto („Dallas Buyers Club“)
  • Nicht-englischsprachiger Film: „La Grande Bellezza - Die große Schönheit“ (Italien, Regie: Paolo Sorrentino)
  • Kamera: Emmanuel Lubezki („Gravity“)
  • Original-Drehbuch: Spike Jonze („Her“)
  • Adaptiertes Drehbuch: John Ridley („12 Years a Slave“)
  • Schnitt: Alfonso Cuarón and Mark Sanger („Gravity“) -
  • Filmmusik: Steven Price („Gravity“)
  • Filmsong: „Let It Go“ von Kristen Anderson-Lopez and Robert Lopez („Die Eiskönigin - Völlig unverfroren“)
  • Produktionsdesign: Catherine Martin (Produktionsdesign) und Beverley Dunn (Ausstattung)(„Der große Gatsby“)
  • Tonschnitt: Glenn Freemantle („Gravity“)
  •  Tonmischung: Skip Lievsay, Niv Adiri, Christopher Benstead und Chris Munro („Gravity“)
  • Spezialeffekte: Tim Webber, Chris Lawrence, David Shirk und Neil Corbould („Gravity“)
  • Animationsfilm: „Die Eiskönigin - Völlig unverfroren“ (Regie: Chris Buck und Jennifer Lee)
  • Dokumentarfilm: „20 Feet from Stardom“ (Regie: Morgan Neville, Gil Friesen und Caitrin Rogers)
  • Dokumentar-Kurzfilm: „The Lady in Number 6: Music Saved My Life“ (Regie: Malcolm Clarke und Nicholas Reed)
  • Make-up/Frisur: Adruitha Lee und Robin Mathews („Dallas Buyers Club“)
  • Kostümdesign: Catherine Martin („Der große Gatsby“)
  • Kurzfilm: „Helium“ (Regie: Anders Walter und Kim Magnusson)
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