Weitere Kurschancen

Die Woche an der Wall Street: Dow-Jones-Index fiel um 1,2 Prozent auf 13 081 Punkte

Am Ende eines jeden Quartals säubern die Manager von Pensionskassen und anderen institutionellen Investoren gewöhnlich ihre Portfolios. Diese als „window dressing“ bekannte Praxis hat zum Ziel, die Bilanzen in ein möglichst günstiges Licht zu rücken.

Der Kauf oder Verkauf von Aktien in großem Umfang bringt Volatilität in die Börsensäle und löst nicht selten Unsicherheit aus, zumal viele Anleger nach den robusten Kursgewinnen der letzten Monate eine Korrektur befürchten. Derartige Sorgen drangen bereits in der zurückliegenden Woche an die Oberfläche.

Hinzu kam der Crash der Handelsplattform Bats, die den Börsengang des drittgrößten Marktbetreibers vermasselte, angeblich wegen eines Softwarefehlers. Binnen Stunden verkam die Bats-Aktie zum Pennystock. Das bestärkte die Kritiker des superschnellen Börsenhandels. In der Wochenbilanz fiel der Dow-Jones-Index für 30 führende Industriewerte um 1,2 Prozent auf 13 081 Punkte. Der breiter ausgerichtete S&P-500-Index verlor 0,5 Prozent, doch der mit Technologiewerten gespickte Nasdaq legte 0,4 Prozent zu.

Im Strudel des Bats-Problems konnten selbst Aktien wie die des Laptop-und-iPod-Herstellers Apple nicht mehr gehandelt werden. Jenseits des Bats-Debakels lauern Sorgen um die Wirtschafts-und-Finanzprobleme in anderen Ländern. Zwar enttäuschten die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Europa, am meisten schockierte jedoch der am Donnerstag für März gemeldete Rückgang der Industrietätigkeit in China. Es war der fünfte in Folge. Trotz allem rechnet sich der bei RCB Capital Markets für den Handel mit US-Aktien zuständige Manager Michael Marrale weitere Chancen für den Aktienmarkt aus.

Auch die Finanzfirma Bespoke Investment Fonds sieht gute Chancen für den Aktienmarkt und begründet dies mit Abflüssen aus Anleihefonds, von denen der Aktienmarkt profitieren würde. Beide werden im Anlegerblatt Barron’s zitiert. Die Umschichtung hat bereits begonnen.

Nach einem Bericht der Forschungsfirma EPFR Global verloren Anleihefonds für US-Bonds in der Woche zum 23. März mehr als eine Milliarde Dollar. Das war der höchste Abfluss, der je registriert wurde. Aktienfonds wiesen generell Abflüsse auf, auf „blue chips“ spezialisierte Fonds und Nebenwertefonds für Wachstumsaktien verzeichneten jedoch Zuflüsse.

In der neuen Handelswoche dürfte das Augenmerk der Anleger auf der Rede des amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke heute vor einem Forum über Wirtschafts-und-Finanzpolitik liegen. Mitbestimmend für die Kursentwicklung werden nach Einschätzung von Experten weitere Zahlen über die Entwicklung am US-Immobilienmarkt sein. Der S&P/Case-Shiller-Index am Dienstag gibt Auskunft über Wohnimmobilienpreise im Januar. Der Trend weist nach oben: Wie am Freitag gemeldet wurde, waren Einfamilienhäuser im Februar so teuer wie seit acht Monaten nicht mehr.